Als Bundespräsident Theodor Heuss am 28. April 1951 gemeinsam mit seiner Frau Elly Heuss-Knapp die Schau eröffnete, befand sich Hannover noch im Wiederaufbau. Große Teile der Stadt waren im Zweiten Weltkrieg zerstört worden, der Alltag geprägt von Mangel und Aufbauarbeit. Die Gartenschau setzte in dieser Situation ein bewusstes Zeichen: Sie sollte Hoffnung vermitteln und zugleich neue Impulse für Stadtentwicklung und Gartenbau geben. Die Idee für eine solche Ausstellung war bereits 1947 entstanden, konkrete Formen nahm das Vorhaben jedoch erst Anfang 1950 mit der Gründung eines Fördervereins an. Nachdem ein Wettbewerb keine überzeugenden Entwürfe hervorgebracht hatte, übernahm das städtische Gartenamt unter Leitung von Gartenbaudirektor Hans-Herbert Westphal die Planung. Unterstützt von einem künstlerischen Beirat sowie zahlreichen Fachplanern entstand ein Konzept, das bestehende Strukturen einbezog und zugleich neue Akzente setzte.
Auf rund 21 Hektar entwickelte sich eine vielgestaltige Parklandschaft. Großzügige Wiesenflächen bildeten das Zentrum, um das sich Mustergärten, Freilandschauen und thematische Anlagen gruppierten. Baumschulen und Gartenbaubetriebe präsentierten ihre Sortimente, während spezielle Gartenbereiche – etwa ein Bauern- oder Heilpflanzengarten – unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten aufzeigten. Auch internationale Beiträge gehörten zum Konzept: Gärten aus der Schweiz und Schweden setzten Zeichen der Verständigung in der Nachkriegszeit.
Ein Teil der Anlagen war von Beginn an auf Dauer angelegt. Dazu zählen die Teichachse mit dem heutigen Rosencafé, der Rosengarten mit Pavillon sowie weitläufige Staudenpflanzungen. Bis heute prägen diese Strukturen den rund sechs Hektar großen historischen Kern des Stadtparks. Die Qualität der Planung zeigt sich auch in den gewachsenen Baumkulissen und detailreichen Pflanzungen, die den Park zu einem bedeutenden Gartendenkmal machen.
75 Jahre später ist der Stadtpark mit seinem rund sechs Hektar großen historischen Kern ein bedeutendes Gartendenkmal und ein lebendiger Teil der hannoverschen Gartenkultur. Das Jubiläumsjahr 2026 nimmt dieses Erbe zum Anlass, Geschichte erlebbar zu machen und zugleich neue Perspektiven zu eröffnen. Von Mai bis Oktober verwandelt sich der Park in eine Bühne für Führungen, Konzerte, Lesungen und Mitmachaktionen.
So laden die Hannoverschen Pflanzentage am Sonnabend, 9. Mai, und Sonntag, 10. Mai, jeweils von 10 bis 18 Uhr in den Stadtpark am Hannover Congress Centrum ein. Die seit 1999 etablierte Veranstaltung gilt als Treffpunkt für Pflanzenliebhaber und Fachleute. Zahlreiche Aussteller präsentieren dort seltene Stauden, Gehölze, Kräuter und Züchtungen. Der Eintritt beträgt 6 Euro pro Tag, Kinder bis einschließlich 14 Jahre sowie bestimmte Begleitpersonen erhalten freien Zugang. Karten sind vorab online erhältlich auf hannover.de.
Musikalische Akzente setzt ein Konzert am Freitag, 26. Juni, ab 19 Uhr im Fontänengarten, bei dem mehrere Chöre auftreten. Der Eintritt ist frei. Am Donnerstag, 14. August, wird im Foyer des Hannover Congress Centrums eine Ausstellung zum Jubiläum eröffnet. Mit einem Japanischen Sommerfest am Sonnabend, 23. August, sowie weiteren Musik- und Kulturangeboten spannt das Programm einen Bogen von historischen Rückblicken zu aktuellen Nutzungen des Parks. Ergänzt wird das Programm durch Kinoabende unter freiem Himmel mit Filmen aus den 1950er Jahren, unter anderem am Mittwoch, 20. August, und Donnerstag, 27. August, jeweils ab 20.30 Uhr.
Im September rückt die historische Einordnung stärker in den Fokus: Vorträge zur Geschichte der Bundesgartenschauen (4. September, 17 Uhr) und zum Wiederaufbau Hannovers (9. September, 17.30 Uhr) vertiefen den Blick auf die Entstehungszeit. Am 13. September lädt der Tag des offenen Denkmals mit Führungen um 11 und 13 Uhr dazu ein, den Stadtpark als historisches Ensemble zu entdecken.
Am 22. Mai wird ein neuer digitaler Actionbound zur eigenständigen Erkundung des Parks freigeschaltet. Klassische Führungen folgen unter anderem am 29. Mai um 15 Uhr mit dem Thema „Der Stadtpark: Gesamtkunstwerk der Nachkriegszeit“ sowie am 25. Juni um 16 Uhr zum „neuen Rosengarten“. Weitere Termine dieser Reihe finden am 25. Juli um 15 Uhr und am 16. Oktober um 15 Uhr statt. Auch eine thematische Baumführung („Baumschönheiten – Raritäten im Klimawandel“) am 16. Juli um 16 Uhr gehört zum Programm. Für diese Angebote ist jeweils eine Anmeldung über das Programm „Grünes Hannover“ erforderlich. Das „Grüne Hannover“ selbst feiert 2026 sein 30-jähriges Bestehen und bietet bis November insgesamt 153 kostenfreie Führungen durch das Stadtgebiet an. Die meist etwa eineinhalbstündigen Touren richten sich an alle Altersgruppen und vermitteln Wissen zu Parks, Gärten und Landschaftsräumen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung per E-Mail ist in der Regel notwendig, da die Plätze begrenzt sind. Informationen dazu stehen auf hannover.de/gruenes-hannover, wo auch das Vera nst altungsprogramm kostenlos heruntergeladen werden kann.