Am 12. Mai ist der Tag der Pflegenden. Einer von vielen Johannitern, die sich täglich auf den Weg zu ihren Klienten machen, ist der Pflegefachmann Filbert Adolf.
Wenn Filbert Adolf einen Raum betritt, strahlt seine Ruhe auf alle ab. Das merken auch die Pflegekundinnen und -kunden, die er tagtäglich zuhause unterstützt. Hilfe bei der Hygiene gehört dazu, als Pflegefachkraft stellt er aber auch Medikamente oder legt komplexe Verbände. „Für mich sind die Menschen das Spannendste an meinem Beruf“, sagt er.
Als der 34-Jährige vor sechs Jahren nach Hannover kam, hatte er eigentlich andere Pläne: Informatik studieren. Als er für seinen Führerschein einen Erste-Hilfe-Kurs brauchte, empfahl ihm ein Freund einen Lehrgang bei den Johannitern. Der „Erste-Hilfe-Kurs“ entpuppte sich als Ausbildung zum Sanitätshelfer. Und so hatte Filbert Adolf am Ende nicht nur die Ersthelfer-Bescheinigung, sondern auch ein neues Ehrenamt im Johanniter-Bevölkerungsschutz. Dort entdeckte er seine Leidenschaft fürs Medizinische und die Arbeit mit Menschen und entschied sich für eine Ausbildung zum Pflegefachmann bei den Johannitern.
Auf seinem Weg in den Beruf lagen einige Hürden, zunächst benötigte er ein Arbeitsvisum. Dafür aber brauchte er einen Arbeitsvertrag. Hier unterstützte vor allem sein Ausbilder Sascha Grote, Leiter der Johanniter-Tagespflege Kirchrode. „Wir haben viel telefoniert und uns für Filbert eingesetzt“, erzählt der Pflegedienstleiter: „Umso mehr freue ich mich, wie erfolgreich er seinen Weg gemacht hat.“ Inzwischen hat der ehemalige Auszubildende nicht nur sein Pflegeexamen in der Tasche, sondern auch die Fortbildung zum Praxisanleiter. Er wird sein Wissen künftig an Nachwuchskräfte weitergeben.
Filbert Adolf gehört zu rund 60 Mitarbeitenden im Pflegeteam der Johanniter in Hannover. Sie arbeiten in der Tagespflege, der Wohngemeinschaft für demenziell Erkrankte und der ambulanten Pflege. „Die Pflege eines Menschen ist immer eine verantwortungsvolle Aufgabe – egal, ob man sich beruflich oder privat für Pflegebedürftige engagiert“, sagt Johanniter Stefan Klünder, Bereichsleiter Pflege, mit Blick auf den Internationalen Tag der Pflegenden am 12. Mai. Es sei der sehnlichste Wunsch vieler älterer Menschen, möglichst lange zu Hause bleiben zu können: „Mit welcher Energie und Hingabe sich jeden Tag Angehörige und Pflegekräfte dafür einsetzen, dies möglich zu machen, verdient höchsten Respekt.“
Als Mann in der Pflegebranche erlebt Filbert Adolf manchmal Vorbehalte bei Pflegekundinnen oder -kunden. Dem begegnet er mit viel Verständnis: „Viele ältere Menschen sind mit dem Bild der Krankenschwester aufgewachsen und müssen sich jetzt umgewöhnen.“ Langsam baut er dann eine Beziehung auf, tastet sich schrittweise vor. Diesen empathischen Umgang konnte er besonders gut während seiner Ausbildung in der Tagespflege entwickeln. „Hier steht die Kommunikation im Mittelpunkt. Das hat mir damals auch beim Deutschlernen sehr geholfen.“ Mit seiner Arbeit unterstützt Filbert Adolf hilfebedürftige Menschen in ganz Hannover. Übrigens: Wer einen Pflegedienst sucht, im Norden und Osten Hannovers gibt es beim ambulanten Pflegedienst der Johanniter aktuell freie Plätze.