Die Landesgartenschau in Bad Nenndorf ist eröffnet – 173 Tage voller Programm und voller Blütenpracht liegen vor der Stadt und ihren Besuchern. Zum Auftakt standen die Menschen bereits Schlange an beiden Eingängen.
Um Punkt 10 Uhr eröffneten Geschäftsführer Benjamin Lotz und Stadtdirektor Mike Schmidt sowie Bürgermeisterin Marlies Matthias und die zweite Geschäftsführerin, Annette Stang, die Landesgartenschau 2026 in Bad Nenndorf. Umringt von Dutzenden Wartenden und Journalisten durchschnitten die Verantwortlichen an den beiden Eingängen symbolische Bänder. Dabei nahmen sie es ganz genau und ließen jeweils einen Countdown herunterzählen. Anschließend machte Schmidt es kurz: „Eine unfassbar lange Zeit liegt hinter uns, aber viel wichtiger: Eine unfassbar schöne Zeit liegt vor uns. Herzlich willkommen bei der Landesgartenschau und viel Spaß“, sagte er. Zu den ersten Besuchern gehörten „Frans der kleine Clown“ und der sprechende Elefant Jochen. Sie sind Teil der Animation am ersten von 173 Gartenschau-Tagen in Bad Nenndorf, der zudem als Tag des Tanzes deklariert ist.
Das Ausstellungsgelände im historischen Kurpark ist von nun an jeden Tag zwischen 10 und 19 Uhr geöffnet. Eine Tageskarte kostet für Erwachsene 24 Euro, für Jugendliche und junge Erwachsene bis 24 Jahre 20 Euro sowie für Kinder ab drei Jahren einen Euro. Erstmals in Niedersachsen sind bei einer Landesgartenschau auch Hunde zugelassen. Eine Karte für die Vierbeiner kostet sechs Euro. Der evangelische Landesbischof Ralf Meister aus Hannover und sein Amtskollege Oliver Schuegraf aus Schaumburg-Lippe haben bei der niedersächsischen Landesgartenschau in Bad Nenndorf auf die Bedeutung des Gartens als erste Heimat der Menschheit hingewiesen. „Am Anfang war keine Stadt, kein Dorf, keine Fabrik und kein Büro. Am Anfang war ein Garten“, betonte Schuegraf mit Verweis auf den biblischen Garten Eden am Mittwoch bei der Eröffnung des Großevents.
Die katholische und evangelische Kirche sind auf der Landesgartenschaumit einem rund 600 Quadratmeter großen Areal in zentraler Lage beteiligt. Unter dem Motto „Ich glaub‘ dran“ wurde nach Angaben der evangelischen Landeskirche Hannovers von Studierenden der Hochschule Osnabrück eine „Kirche im Grünen“ konzipiert. Die Studierenden haben sich dabei vom Grundriss einer typischen Kirche mit Eingangsbereich, Hauptschiff und Altarraum inspirieren lassen. Das Schaugelände ist 34 Hektar groß. Dort gibt es viel Neues zu sehen. Insgesamt investierte die Stadt unter Nutzung von Zuschüssen 39 Millionen Euro in die Umsetzung der Pläne des Büros Hutterreimann. Entstanden ist zum Beispiel ein sieben Meter hohes Rondell namens Waldtempel auf der Kuppel des Galenbergs. Außerdem befindet sich in der sanierten Liegehalle ein Restaurant. Davor können die Besucher an einem Teich entspannen.
Damit hat sich Bad Nenndorf in eine Reihe von acht Städten gesellt, die in Niedersachsen eine Landesgartenschau veranstalten. Premiere war 2002 in Bad Zwischenahn, es folgten Wolfsburg, Winsen (Luhe), Bad Essen, Papenburg, Bad Iburg und Bad Gandersheim. Im Jahr 2030 ist Duderstadt der Ausrichter.