Der dreifache Battermann
Premiere im Neuen Theater: „Eine geniale Idee“

Franziska Traub als neugierige Nachbarin und Florian Battermann in drei Rollen.Foto: Oliver Vosshage
Hannover. Drei Doppelgänger, eine flirtige junge Frau, ihr eifersüchtiger Partner und eine nervige Nachbarin, die alles falsch versteht – das sind die Protagonisten der französischen Erfolgskomödie „Eine geniale Idee“. Jetzt hatte das Stück im Neuen Theater Premiere.

Lateinlehrer Arnaud und seine Freundin Elisa lassen sich von einem Makler eine neue Wohnung zeigen. Arnaud meint zu bemerken, dass es zwischen seiner Freundin und dem Makler gefunkt hat. Er wird misstrauisch. Und jetzt kommt der eigentliche Plot: In der U-Bahn trifft Arnaud einen Mann, der dem Makler zum Verwechseln ähnlich sieht. Er engagiert diesen Doppelgänger, einen arbeitslosen Amateurschauspieler, damit er in der Rolle des Maklers seiner Freundin die Flausen austreibt. Das gibt bereits ein schönes Durcheinander.

Dann ruft der falsche Makler wegen eines Rohrbruchs in der Wohnung des Paares seinen Bruder herbei. Der ist Installateur und sein eineiiger Zwilling. Nun sind drei Doppelgänger in Aktion. Keiner kennt sich mehr aus, wer nun gerade mit wem zu tun hat. Und als dann noch die begriffsstutzige Nachbarin auftaucht, ist das Chaos perfekt.

Diesem schnellen Hin und Her wird das Schauspiel-Team in der treffsicheren Regie von Kristof Stößel nach etwas bemühten Anfangsminuten voll gerecht. Aus Anlass seines 30-jährigen Bühnenjubiläums hat es sich der künstlerische Leiter des Theaters, Florian Battermann, nicht nehmen lassen, den dreifachen Doppelgänger zu spielen. Das ist schon unglaublich, wie er als Double des Maklers durch eine Tür verschwindet, um Sekunden später als echter Makler durch die nächste Tür zu erscheinen, um dann nach einem Blitzkostümwechsel zum Installateur-Zwilling zu werden.

Fabian Goedecke gibt mit abgezirkelter Körpersprache und zunehmendem Wahnsinn glaubhaft den sich in Lügen verstrickenden, eifersüchtigen Lateinlehrer. Und Claudia van Veen flirtet sich als Elisa herrlich ahnungslos und ein bisschen raffiniert durch das Stück, um am Ende ihren Arnaud überlegen zu entlarven. Dass der dabei mit seinem Anfangsverdacht recht hatte, weiß am Schluss nur das amüsierte Publikum. Zu komödiantischer Hochform läuft die durch viele Fernsehproduktionen populäre Franziska Traub („Ritas Welt“) als spirituell durchgeknallte und nach erotischen Abenteuern süchtige Nachbarin auf. Alles in allem kann man mit dieser Produktion zwei vergnügliche Stunden verbringen.

Info: „Eine geniale Idee“ läuft noch bis zum 28. Juni im Neuen Theater, Georgstraße 54.

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