Neuer Plan für
das Ihme-Zentrum
Stadt Hannover geht nächsten Schritt in Bezug
auf die Großimmobilie – Früherer Bebauungsplan ist ungültig

Marodes Spekulationsobjekt soll „wiederein lebendiger Stadtbaustein werden“:das Ihme-Zentrum. Foto (Archiv): Katrin Kutter
Hannover. Die Stadt Hannover treibt die Neuordnung des Ihme-Zentrums mit einem weiteren Schritt im Bebauungsplanverfahren voran. Eine entsprechende Vorlage wurde dem Stadtbezirksrat Linden-Limmer vorgelegt. Ziel ist es, für den großflächigen Gebäudekomplex eine verlässliche planungsrechtliche Grundlage zu schaffen.

Hintergrund ist, dass der bisherige Bebauungsplan aus dem Jahr 1971 aufgrund eines Formfehlers nicht mehr gültig ist. Mit einer neuen Regelung will die Stadt künftig unter anderem die Einzelhandelsflächen auf kleinere Läden und Angebote der Nahversorgung begrenzen. Dadurch sollen vor allem die spekulativen Erwartungen für das Objekt eingedämmt werden. Zugleich sollen öffentlich zugängliche Wege gesichert, das Umfeld für Bewohnerinnen und Bewohner verbessert sowie die Umwandlung von Büro- und Ladenflächen in Wohnungen erleichtert werden.

Das Ihme-Zentrum gilt seit Jahren als Problemstandort. Ausbleibende Investitionen und wirtschaftliche Unsicherheiten haben die Entwicklung gebremst, während die Belastungen für Eigentümerinnen und Eigentümer gestiegen sind. Die Stadt hatte sich bereits zuvor als Mieterin aus dem Komplex zurückgezogen, um bestehende Strukturen nicht weiter zu stützen.

Oberbürgermeister Belit Onay betont die Verantwortung der Kommune, einen klaren Rahmen zu setzen. „Das Ihme-Zentrum ist aktuell von einem einzelnen großen Investor abhängig, der seiner Verantwortung für die Entwicklung dieses zentralen Standorts nicht gerecht wird, das kann so nicht bleiben. Unser Ziel ist klar: Das Ihme-Zentrum soll wieder ein lebendiger, funktionierender Stadtbaustein werden.“ Der neue Bebauungsplan ist Teil weiterer Maßnahmen, mit denen die Stadt im laufenden Insolvenzverfahren auf eine nachhaltige Entwicklung hinwirkt.

Onay unterstreicht die Verantwortung der Kommune mit deutlichen Worten: „Wir können es uns nicht leisten, dass zentrale Flächen über Jahre hinweg ungenutzt bleiben, während gleichzeitig Wohnraum fehlt und die Belastungen für die Menschen steigen. Stadtentwicklung muss dem Gemeinwohl dienen. Deswegen werden wir die Instrumente, die uns zur Verfügung stehen, konsequent ausnutzen.“

Jedoch weist die Stadt Hannover auch darauf hin, dass sie nicht Eigentümerin des Ihme-Zentrums sei und die konkrete Umsetzung Zeit brauchen werde. Die Rolle der Stadt sei es vielmehr, für das Gebäude einen verbindlichen städtebaulichen Rahmen zu setzen. RED
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