Inklusion fördern
In Johanniter-Kitas gestalten Fachkräfte Vielfalt

Gelebte Inklusion: Kita-Leitung Lea Blötz (rechts im Bild) und Heilpädagogin Leonie Leinichen mit Kindern aus der Kita Börgerstraße (Integrationsgruppe).Foto: JUH / Schwarzenberger
Hannover. Manchmal reichen an der Johanniter-Kita Börgerstraße schon ein Spielbrett und Glasmurmeln, damit die Mädchen und Jungen tief in ihrem Spiel versinken. Sie gehören zur integrativen Gruppe der Einrichtung und werden für einen Augenblick von Kita-Leiterin Lea Blötz und Heilpädagogin Leonie Leinichen beobachtet. Sie beide entwickeln seit Jahren mit dem gesamten Kita-Team eine pädagogische Haltung, die über die klassische integrative Arbeit in einer einzelnen Gruppe hinausgeht. Die Johanniter-Kita ist seit 2022 Teil des städtischen Programms „Hannoversche Kitas auf dem Weg zur Inklusion“. Das Ziel des Programms: Jedem Kind unabhängig von Sprache, Herkunft, Ethnie oder Geschlecht – und unabhängig von Beeinträchtigungen oder Begabungen – die gleichen Chancen auf Bildung und Teilhabe zu bieten. Damit eröffnen sich zusätzliche pädagogische Möglichkeiten.

In Kooperation mit den Kommunen bieten die Johanniter seit Langem integrativ arbeitende Gruppen an. Solche betreibt der Regionalverband Niedersachsen Mitte derzeit in der Stadt Hannover sowie in Wunstorf. Tendenz: steigend. Auch an der Kita Börgerstraße werden Kinder mit und ohne Behinderungen in einer Integrationsgruppe betreut. Die dort eingesetzten Mitarbeitenden haben Unterstützung durch eine heilpädagogische Fachkraft. Das Besondere des städtischen Programms ist allerdings, das mit Leonie Leinichen noch eine weitere Heilpädagogin in der Einrichtung arbeitet. Sie betont: „Ich bin eine systemische Ressource für das gesamte Haus.“ Leonie Leinichens Arbeitsschwerpunkt ist nicht nur die eine Integrationsgruppe. Sie hat alle Gruppen und damit vor allem das gesamte pädagogische Kollegium im Blick. Dessen pädagogischen Handlungsansätze stärkt Leonie Leinichen mit ihrer Expertise rund um das Thema Inklusion. Das Team hat gerade eine vierjährige Qualifizierungsphase abgeschlossen. Dabei ging es um den Ausbau von Qualitätsstandards; etwa zur Demokratiebildung, der Verankerung von Kinderrechten im Alltag oder auch um eine engere Beteiligung von Familien. Kita-Leiterin Lea Blötz ist selbst Heilpädagogin und startete im Haus zunächst als Fachkraft für das städtische Inklusionsprogramm. Seit zwei Jahren leitet sie die gesamte Einrichtung; und Leonie Leinichen begleitet nun die Pädagoginnen und Pädagogen sowie die Familien. Sie hat auch die Ressourcen für wichtige Netzwerkarbeit im Umfeld der Kita.

Ein derart breit aufgestelltes Team ermöglicht mehr Prävention. „Wir können bei Bedarf frühzeitig Hilfen installieren“, sagt Lea Blötz. Und Eltern entsprechend beraten. Die Folgen sind umfassend: Fachkräfte erleben sich zunehmend als handlungssicher; Familien fühlen sich noch besser gesehen. Diese Entwicklung über Jahre macht die Johanniter-Kita Börgerstraße zu einer inklusionsförderlichen Einrichtung.

Infos zu den Johanniter-Kitas: den Einstiegs- und
Qualifizierungsmöglichkeiten und Konzepten gibt es unter: www.johanniter/hannover
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