Ein Fest, das verbindet
Live-Musik, Kinderprogramm und mehr: Das Kulturzentrum Faust lädt zum 30. Internationalen 1. Mai-Fest

Buntes Treiben im Mittelgang: Zwischen Kinderprogramm, Mitmachaktionen und Info-Ständen gibt es beim 1. Mai-Fest für alle Generationen etwas zu entdecken.Foto: Kulturzentrum Faust
Hannover. Das Kulturzentrum Faust feiert am Freitag, 1. Mai, ab 14 Uhr sein traditionelles Fest – und dabei geht es längst um mehr als einen festen Termin im Veranstaltungskalender. In diesem Jahr kommt gleich doppelter Anlass zusammen: Die Faust wird 35 Jahre alt, und das Internationale 1. Mai-Fest geht bereits in seine 30. Runde. Was einst als Szene-Treff begann, hat sich über die Jahre zu einem offenen, generationenübergreifenden Fest entwickelt – mit freiem Eintritt, viel Live-Musik und einem Programm, das so vielfältig ist wie das Publikum selbst.

Ab 14 Uhr füllt sich das Freigelände, Zur Bettfedernfabrik 3, mit Leben. Zwischen Bäumen, Chill-out-Ecken und Picknickdecken entsteht eine Atmosphäre, die gleichermaßen entspannt und lebendig ist. Internationale Speisen, Getränke und Infostände laden zum Verweilen ein, während auf mehreren Bühnen ein liebevoll kuratiertes Programm beginnt, das bewusst unterschiedliche Stile, Perspektiven und Stimmen zusammenbringt.

Auf der Hauptbühne auf der Faust-Wiese eröffnet um 14.30 Uhr der Queerchor Hannover das Fest – ein Ensemble, das nicht nur musikalisch, sondern auch als sichtbarer Teil der Stadtgesellschaft und Safe Space für alle Menschen auftritt. Direkt im Anschluss folgt mit Hertzcasper ein Act aus Hannover, der Hip-Hop, Soul und Pop miteinander verbindet und dabei sehr persönliche und gesellschaftliche Themen wie psychische Gesundheit miteinander verknüpft. Um 15.50 Uhr bringt der US-amerikanische Singer-Songwriter Ryan Cassata internationale Perspektiven auf die Bühne, bevor Federhall ab 16.40 Uhr mit ihrem Mix aus Synthesizer-Sounds und rauen Gitarrenklängen für einen stilistischen Bruch sorgen. Der Nachmittag bleibt in Bewegung: Batbait aus Zürich liefern ab 17.30 Uhr energiegeladenen Garage-Rock, während die Berliner Band Pigeons um 18.20 Uhr Punk mit Haltung und Humor verbindet. Mit „fab“ folgt um 19.10 Uhr feministischer Synthie-Punk, bevor CF98 aus Krakau ab 20.10 Uhr mit schnellem Skate-Punk den Takt weiter anziehen. Den Abschluss auf der Hauptbühne gestaltet ab 21.10 Uhr die Berliner Formation MandelKokainSchnaps, deren Sound zwischen Pop, Rock und Punk changiert und dabei eingängige Melodien mit klaren Botschaften verbindet.

Parallel dazu gibt es auf der KiezKultur-Bühne im Biergarten Gretchen ein eigenes Programm: Hier starten Kleptomatze & Bargeld_n um 15 Uhr mit einem augenzwinkernden Mix aus Musik und Unterhaltung. Thelma Malar setzt ab 16 Uhr auf deutschsprachigen Pop zwischen Intimität und Stärke, bevor Lilli Belle um 17.15 Uhr ihren vielschichtigen Indie-Sound präsentiert. Am frühen Abend bringt Gönnermusik 79 ab 18.30 Uhr mit Hip-Hop und Pop die Stimmung nach oben, ehe Milli um 19.45 Uhr mit schnellen Beats und hoher Energie übernimmt. Ein Überraschungs-Act um 20.15 Uhr sorgt für zusätzliche Spannung, bevor Hänsel den Abend ab 21 Uhr mit einer eigenwilligen Mischung aus Tradition und Techno ausklingen lässt.

Dass das Fest bewusst für alle Generationen gedacht ist, zeigt sich nicht zuletzt im Kinderprogramm im Mittelgang: Bereits ab 14 Uhr sorgt Clown Dim Dim für Unterhaltung, gefolgt von Kinderliedern mit Matthias Lück um 15 Uhr und einer Zaubershow mit Frank Wessels um 16 Uhr. Den Abschluss bildet eine Kinderdisko um 17 Uhr. Ergänzt wird das Angebot durch zahlreiche Mitmachaktionen auf dem Gelände – von Hüpfburg und Kinderschminken bis hin zu kreativen Workshops und Bewegungsangeboten.

Darüber hinaus lädt ein begleitendes Programm unter dem Motto „Vielfalt stärken!“ dazu ein, sich mit Themen wie Zusammenleben, kultureller Teilhabe und gesellschaftlichem Engagement auseinanderzusetzen – etwa bei Workshops, Open-Air-Foto- und Gedichtausstellung oder interaktiven Aktionen.

Das Internationale 1. Mai-Fest zeigt damit einmal mehr, wofür die Faust seit Jahrzehnten steht: für Kultur, die nahbar ist, für Räume, in denen Neues entstehen kann, und für ein Miteinander, das Offenheit nicht nur behauptet, sondern lebt. Oder kurz gesagt: ein Ort, an dem man vorbeikommen kann – und oft länger bleibt als geplant.

Übrigens: Wer reinfeiern will, ist am Donnerstag, 30. April, in der 60er-Jahre-Halle und im Mephisto auf dem Faust-Gelände richtig. Dort geht es ab 22 Uhr (im Mephisto ab 24 Uhr) mit „Faust in den Mai“ mit zwei Floors, auf denen getanzt wird. In der 60er-Jahre-Halle legen itshellgbaby, Dan Hammond und Fräulein Holle auf, im Mephisto gibt’s ein Newcomer-Lineup. Der Eintritt kostet an der Abendkasse 14 Euro. R/HR

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