Mit „Unsere Hannover: Schwarze Geschichten“ wurde jetzt das erste Projekt realisiert und ist bis zum 22. November im Hannover Kiosk in der Karmarschstraße 40 zu sehen. Die partizipative Ausstellung stellt Schwarze, afrikanische und afro-diasporische Erfahrungen und Lebenswirklichkeiten in den Mittelpunkt. In der Sammlung des Museums finden sich Objekte und Bilder, die mit Schwarzer Geschichte verbunden sind. Viele dieser Stücke zeigen jedoch rassistische Darstellungen oder tragen problematische Bedeutungen. Sie stammen oft aus früheren Jahrhunderten - etwa aus dem 18. Jahrhundert, als Hannover durch den Handel mit Waren wie Tee und Kaffee (zum Beispiel Tee Seeger oder Machwitz Kaffee) mit dem Kolonialismus verknüpft war. Über das Leben Schwarzer Menschen in den vergangenen Jahrzehnten sind bislang keine Objekte im Besitz. Ziel war es, mit diesem Projekt anzufangen, um diese Lücken zu schließen.
In sechs Beiträgen unter der kuratorischen Leitung von Dr. Ismahan Wayah zeigen die Co-Kuratorinnen und Co-Kuratoren, was sie mit Hannover verbinden. Sie machen koloniale Verflechtungen sichtbar und fragen nach unserer Verantwortung („Unsere Vorfahren und die Versklaverei“ von Patrick Mijnals), zeigen, wie Schwarze Menschen in den 1980er-Jahren Hannover zu ihrem Lebens- und Arbeitsort machten („40 Jahre Afroshops in Hannover“ von Erica Frimpong und Brenda Davina), beschreiben ihre Erfahrungen von Ausgrenzung und Andersmachung („Wo kommst du her? Gedanken einer Afro-Kubanerin in Deutschland“ von Sandra Álvarez Ramírez und „Spuren der Heimat - Here I am“ von Elli Mariyama Manneh), sprechen in einem persönlichen Podcast-Gespräch über Trauma und Wege der Heilung (Makaya Kembo) und erkunden gemeinsam mit jungen Menschen Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Heimat („Unsere Spuren in die Zukunft“ von Ndey Bassine Jammeh-Siegel). Die Ausstellung wird ergänzt durch ein Begleitprogramm, kuratiert von Modou Diedhiou (Schwarze Schafe e.V.).