„Was unsere Region im Großen zusammenhält, entsteht im Kleinen durch das Engagement ihrer Menschen: Sie halten zusammen, helfen einander und gestalten ihr Umfeld mit Herz und Tatkraft. Deshalb freue ich mich in diesem Jahr ganz besonders, Menschen zu würdigen, die genau dieses nachbarschaftliche Miteinander möglich machen – mit viel Zeit und Engagement, das alles andere als selbstverständlich ist“, so der Erste Regionsrat Jens Palandt, der die Auszeichnungen überreichte und auf die gelebte Nachbarschaft in den 21 Städten und Gemeinden der Region hinwies.
Gerade im Alltag zeigt sich, wie wichtig verlässliche Unterstützung und persönliche Zuwendung sind. Viele der ausgezeichneten Projekte setzen genau dort an – niedrigschwellig, kontinuierlich und oft im Stillen.
Ein Beispiel ist das Homeless Care Projekt des Vereins Samten Dargye Ling am Tibet Zentrum. Seit 2020 versorgen Ehrenamtliche wohnungslose Menschen in der Innenstadt von Hannover mit Lebensmitteln. Mehrmals pro Woche sind sie mit Lastenrädern unterwegs, um entlang fester Routen Unterstützung zu leisten. Neben der Versorgung mit Essen gehört auch das Gespräch dazu – ein Angebot, das gezielt Menschen erreicht, die sonst kaum wahrgenommen werden. In den Sommermonaten wird das Engagement ausgeweitet: Dann verteilen Freiwillige täglich Trinkwasser, um auf die Belastungen durch Hitze zu reagieren.
Ebenfalls seit vielen Jahren engagiert sich Klaus Malottke im Tagestreff der Caritas. Jeden Sonnabend organisiert er dort ein Frühstück für obdach- und wohnungslose Menschen. Gemeinsam mit einem Team bereitet er Speisen vor, kümmert sich um den Ablauf und übernimmt anschließend die Reinigung. Rund 50 bis 60 Gäste nutzen regelmäßig das Angebot, das aus Spenden der Pfarrgemeinde St. Heinrich ermöglicht wird. Die Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher fallen durchweg positiv aus.
Ein weiteres Beispiel für gelebte Nachbarschaft ist das Sprachcafé im Stadtteilladen, das seit 2021 von Ortraud Klar und Heidi Schreiber betreut wird. Wöchentlich treffen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Angebot richtet sich bewusst an eine heterogene Gruppe. Erste Erfolge sind bereits sichtbar: Zwei Teilnehmerinnen konnten dank der Unterstützung ihre Sprachkurse erfolgreich abschließen.
Auf ein besonders langjähriges Engagement blickt Helga Witte zurück. Seit den 1980er-Jahren ist sie in der Gemeindearbeit aktiv und hat zahlreiche Angebote für Kinder, Familien und ältere Menschen mitgestaltet. Sie leitete über viele Jahre die Erstkommunionvorbereitung, engagierte sich im Pfarrgemeinderat und brachte sich in verschiedenen Gremien und Projekten ein. Auch bei Festen, Märkten und Hilfsaktionen für Bedürftige ist sie regelmäßig beteiligt.
Neben den Projekten aus Hannover wurden zahlreiche weitere Initiativen aus der gesamten Region ausgezeichnet. Dazu gehören unter anderem Sprachförderangebote in Burgdorf, Nachbarschaftshilfen in Garbsen oder Mehrgenerationenprojekte in Gehrden. Sie alle eint das Ziel, Menschen zusammenzubringen und Unterstützung im Alltag zu ermöglichen.
Hintergrund: Im Rahmen der jährlichen Veranstaltung „Ehrenamt im Fokus“ würdigt die Region Hannover ehrenamtliches Engagement und zeichnet engagierte Menschen, Vereine und Projekte mit der Ehrenmedaille der Region Hannover aus. Jahr für Jahr legt sie dabei den Fokus auf einen besonderen Aspekt: sei es generationsübergreifendes Engagement, Integration oder wie in diesem Jahr die nachbarschaftliche Hilfe. Die Auswahl der Geehrten erfolgt auf Vorschlag von Kommunen, Politik und Verwaltung. Eine Jury aus Mitgliedern der Regionsversammlung und der Verwaltung trifft die Entscheidung. Die Auszeichnung macht deutlich, wie vielfältig ehrenamtliches Engagement in der Region Hannover ist.