Bunte Tüten
für den Garten
Frühjahrszeit heißt Aussaatzeit: Warum weniger Sorten oft
mehr Ernteglück bringen. Tipps, wie man für starke Pflänzchen sorgt.

Die Verlockung ist groß, denn so ein Samentütchen ist klein und günstig. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Bunte Samentütchen für Blumen, Gemüse und Kräuter entwickeln derzeit eine magische Anziehungskraft. Was also tun? Kaufen und loslegen? Klingt plausibel, denn man will ja auf keinen Fall zu spät dran sein. Doch zuvor heißt es planen und vorbereiten. Tipps, damit es mit der eigenen Anzucht klappt.

■ Weniger ist mehr: Die Verlockung ist groß, denn so ein Samentütchen ist klein und günstig. Man vergisst schnell, wie viel Platz man wirklich hat. Und: Anzucht, Pflege und Ernte machen Arbeit. Der Tipp von Jora Dahl, Blumendesignerin und Unternehmerin, lautet „Weniger ist mehr“. Schließlich ist in jedem Samentütchen nicht nur eine Pflanze – alle Sämlinge beanspruchen Platz und Aufzucht. Dahl empfiehlt ein knappes Dutzend an verschiedenen Pflanzen für ein Jahr.■ Der richtige Zeitpunkt: Dahl beginnt mit der Aussaat grundsätzlich erst zwischen Ende März und Anfang April. So wachsen die Sämlinge nicht nur zügiger, sondern man spart sich so außerdem das Umtopfen der Jungpflanzen und setzt sie direkt in die Beete.■ Passendes Substrat: Das A und O für die Aussaat ist das richtige Sub­strat, sagt Gärtnermeisterin Hanna Strotmeier. Es sollte nährstoffarm sein und einen guten Wasserspeicher haben.■ Der ideale Standort: Temperatur und Licht sind zwei wichtige Faktoren für Keimung und Wachstum. Direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden, einen hellen Platz sollte man dennoch bereithalten – so bleiben die Pflanzen kompakter. Die optimale Keimtemperatur, auf jeder Samentüte vermerkt, sollte man Tag und Nacht einhalten, damit sich gleichmäßig Pflanzen entwickeln.■ Gute Pflege von Anfang an: Eine gleichmäßig leicht feuchte Erde entscheidet über ein gutes Wachstum. Bei der Anzucht in der Wohnung kann es sein, dass die Sämlinge so dicht stehen, dass sie vereinzelt werden müssen. Ideal ist der Zeitpunkt, wenn man die Keimblätter gut greifen kann. Für die Reihenaussaat bei Gemüse im Freiland empfiehlt Strotmeier: „Bei Pflücksalat, Möhren, Zwiebeln oder Spinat vereinzelt man, indem man so viele Pflanzen wegzieht, dass sich der Rest gut entwickeln kann.“■ Vor dem Auspflanzen abhärten: Die Pflanzen, die im Haus angezogen werden, kommen zunächst vorübergehend ins Freie – idealerweise an bedeckten Tagen. Strotmeier empfiehlt tagsüber eine Temperatur von 15 Grad.■ Ins Freiland setzen: Nach den Eisheiligen Mitte Mai können die selbst gezogenen Pflanzen ins Beet umziehen. Wenn die Anzuchttöpfe gut durchwurzelt sind, müssen sie gegebenenfalls nochmals umgetopft werden – so wird das Wachstum nicht unterbrochen.
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