Abenteuer auf großer Leinwand
Banff Mountain Film Festival macht Station im Theater am Aegi und zeigt zahlreiche Facetten des Bergsports

Bikepacking mit Kleinkindern: „Emil und Karl“ begleitet eine besondere Reise.Filmstill: Holger Wimmer
Hannover. Das Banff Mountain Film Festival geht in seine 45. Welttournee und bringt eine Auswahl herausragender Outdoor- und Abenteuerfilme nach Hannover. Am Mittwoch, 15. April, ab 19.30 Uhr macht das renommierte Festival im Theater am Aegi Station. Gezeigt wird ein kompaktes Best-of-Programm mit Filmen, die nicht nur spektakuläre Landschaften zeigen, sondern vor allem von den Menschen erzählen, die sich in ihnen bewegen – und davon, mit wem sie ihre Abenteuer teilen.

Das diesjährige Programm rückt genau diesen Gedanken in den Mittelpunkt: Wer ist der richtige Partner für extreme Unternehmungen? Die Antworten fallen so unterschiedlich aus wie die Geschichten selbst. Mal geht es um Familie, mal um Freundschaft, mal um Beziehungen, die unter Extrembedingungen auf die Probe gestellt werden. Die Filme laufen in Originalfassung mit Untertiteln.

■ Emil und Karl – Kleine Reifen, große Berge

Was passiert, wenn ein ambitioniertes Bikepacking-Projekt auf zwei Kleinkinder trifft? Emil und Karl sind keine klassischen Abenteurer – und genau das macht ihre Tour besonders. Während Jakob und Konne versuchen, die geplante Strecke durch die Schweizer Alpen zu bewältigen, bestimmen plötzlich ganz andere Prioritäten den Rhythmus: ein spannender Stein am Wegesrand, ein Murmeltier in der Ferne oder die Lust, einfach stehen zu bleiben. Zwischen ehrgeiziger Routenplanung und kindlicher Entdeckungslust entsteht ein Abenteuer, das weniger von Kilometern lebt als von Momenten.

■ A Baffin Vacation: Love on Ice

Baffin Island ist kein Ort für halbe Sachen. Sarah McNair-Landry und Erik Boomer nehmen die Herausforderung an – und treiben sie auf die Spitze. Kajak, Kletterseil und Kite gehören hier zur Standardausrüstung, ebenso wie die Bereitschaft, sich auf extreme Bedingungen einzulassen. Doch während Eis, Wind und Distanzen kalkulierbar erscheinen, bleibt eine Frage offen: Wie viel Belastung hält eine Partnerschaft aus, wenn es keine Ausweichmöglichkeiten gibt? Der Film zeigt eine Expedition, bei der äußere und innere Grenzen zunehmend verschwimmen.

■ Reel Rock: Riders on the Storm

Diese Route hat Generationen von Kletterern scheitern lassen – bis vier Alpinisten beschließen, es anders zu machen. Ihr Ziel: die legendäre Linie in Patagonien frei und am Stück zu klettern. Was wie ein sportliches Projekt beginnt, entwickelt sich schnell zu einem nervenzehrenden Experiment. Denn während draußen das Wetter umschlägt, brodelt es im Team. Unterschiedliche Temperamente, Erwartungen und Erfahrungen prallen aufeinander – und machen deutlich, dass nicht jede Herausforderung aus Fels besteht.

■ Cold Calls: Japan

Manchmal entscheidet ein einziger Moment über den nächsten großen Schritt. Für Alex Armstrong ist es ein Anruf, den sie nicht ignoriert. Kurz darauf findet sie sich in Japans Tiefschnee wieder – mitten in einem Trip, der alles bietet: spektakuläre Lines, spontane Begegnungen und eine Atmosphäre, die weit über den Sport hinausgeht. Der Film fängt diese Mischung aus Zufall, Mut und Timing ein und zeigt, wie schnell sich Türen öffnen können.

■ Rogatkin

Nicholi Rogatkin hat früh gelernt, dass große Sprünge ihren Preis haben. Der Film blickt hinter die spektakulären Tricks und zeigt die Realität eines Athleten, der ständig an Grenzen geht – körperlich und mental. Siege und Niederlagen liegen dicht beieinander, ebenso wie Motivation und Druck. Dabei wird deutlich: Es ist nicht nur der Wettbewerb, der antreibt, sondern vor allem der eigene Anspruch, immer noch einen Schritt weiter zu gehen.

■ That One Friend

Während andere um die beste Linie konkurrieren, verfolgen Sierra Schlag und Waverly „Waves“ Chin einen anderen Ansatz. Für sie zählt nicht, wer zuerst unten ist, sondern wie sich der Tag anfühlt. Zwischen Powder-Abfahrten, gemeinsamen Mahlzeiten und unerwarteten Zwischenfällen entsteht ein Bild vom Freeriden, das bewusst gegen gängige Klischees arbeitet. Hier steht nicht der sportliche Ehrgeiz im Vordergrund, sondern die Qualität der gemeinsamen Zeit.

■ My Grandmother’s Sketchbook – Under Mont Blanc

Eine Reise in die Vergangenheit wird zur Bestandsaufnahme der Gegenwart. Max Romey folgt den Spuren seiner Großmutter, deren Skizzen ihn in die Mont-Blanc-Region führen. Was als persönliche Suche beginnt, entwickelt sich zu einer eindrücklichen Begegnung mit einer sich verändernden Landschaft. Besonders am Mer de Glace wird sichtbar, wie stark sich die Natur gewandelt hat – und wie sehr Erinnerungen und Realität auseinanderdriften können.

Das Programm umfasst rund 120 Minuten Film und wird durch eine Pause sowie ein moderiertes Rahmenprogramm ergänzt. Karten sind im Vorverkauf unter anderem bei „SFU – Sachen für Unterwegs“, Schillerstraße 33, erhältlich. Der Eintritt kostet 21 Euro, ermäßigt sowie im Gruppentarif 19,50 Euro. Einlass ist ab 19 Uhr. R/HR



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