Mehr als nur Buchausleihe
Neues Haus für die Nordstadt setzt auf Beteiligung –und spiegelt die Entwicklung der Stadtbibliothek wider

Hannover. In der Nordstadt entsteht mit dem StadtGemeinschaftsHaus Nord ein neuer Treffpunkt für Bildung und Begegnung. Das Projekt wird von der Stadtbibliothek Hannover gemeinsam mit dem Fachbereich Senioren, der Arbeiterwohlfahrt Hannover e.V. sowie der Initiative „Bücher für alle“ umgesetzt und soll Menschen unterschiedlicher Generationen und kultureller Hintergründe zusammenführen.

Geplant ist ein offenes Quartiershaus mit vielfältigen Angeboten. Dazu zählen unter anderem eine Jugendlounge, Bildungsformate, Sprechstunden zu digitalen Themen sowie mehrsprachige Beratung. Die Angebote richten sich an Kinder, Familien, Schulen und Kitas ebenso wie an Jugendliche und ältere Menschen. Erste Bereiche sind bereits in Betrieb: Der Fachbereich Senioren hat seine Arbeit vor Ort aufgenommen, zudem laufen erste Kurse. Währenddessen wird das Gebäude weiter umgebaut und soll in den kommenden Monaten barrierefrei gestaltet werden. Das Konzept wird parallel im laufenden Betrieb gemeinsam mit den Nutzerinnen und Nutzern weiterentwickelt.

Oberbürgermeister Belit Onay betont die besondere Entstehung des Projekts und erklärt: „Mit dem StadtGemeinschaftsHaus Nord entsteht hier in der Nordstadt ein neuer Ort für Begegnung, Bildung und Teilhabe. Besonders ist dabei nicht nur das Konzept, sondern auch der Weg dorthin: Verwaltung, Partnerorganisationen und Bürger*innen haben dieses Haus gemeinsam entwickelt.“

Das Vorhaben steht zugleich für einen grundlegenden Wandel der Stadtbibliothek Hannover. Diese entwickelt sich zunehmend von einem klassischen Ausleihort hin zu einem offenen Raum für Austausch und gesellschaftliche Teilhabe. Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender hebt hervor, Bibliotheken seien Orte der Begegnung, an denen gemeinsames Lernen ermöglicht werde.

Die Entwicklung spiegelt sich auch in steigenden Nutzungszahlen wider. Im Jahr 2025 verzeichnete die Stadtbibliothek rund 1,4 Millionen Besuche und 4,5 Millionen Ausleihen. Besonders stark wuchs der digitale Bereich mit 1,6 Millionen Ausleihen, ein Anstieg von 21 Prozent. Darüber hinaus baut die Einrichtung ihre Rolle als Ort für gesellschaftlichen Dialog weiter aus. Mehr als 50 Veranstaltungen begleiteten im vergangenen Jahr die Bundestagswahl, ergänzt durch Formate zur Meinungsfreiheit. Für 2026 sind weitere Angebote im Zusammenhang mit der Kommunalwahl vorgesehen.

Auch inhaltlich erweitert die Stadtbibliothek ihr Spektrum. Neben etablierten Angeboten zur Leseförderung gewinnen digitale Themen an Bedeutung. Mit der „TechnoThek“ wurde ein Ort geschaffen, an dem Technik und Künstliche Intelligenz praktisch erprobt werden können. Ergänzend dazu werden Workshops und Veranstaltungsreihen zur Vermittlung digitaler Kompetenzen angeboten. Gleichzeitig werden nachhaltige Konzepte wie die „Bibliothek der Dinge“ in mehreren Stadtteilen ausgebaut.

Nicht zuletzt setzt die Stadtbibliothek auf eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung. Bereits 2025 wurden entsprechende Prozesse zur Weiterentwicklung einzelner Standorte umgesetzt – darunter auch die Planungen für das StadtGemeinschaftsHaus Nord, das künftig als zentraler Baustein im Quartier dienen soll. RED
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