„Demokratie lebt davon, dass Menschen Fragen stellen.“ Mit diesen Worten eröffnete Landtagspräsidentin Hanna Naber die Preisverleihung des Schulwettbewerbs „Unzensiert“. Vor allem Schülerinnen und Schüler lauschten im Forum des Niedersächsischen Landtags: In ihren jeweiligen Kategorien konnten Grundschulen, Förderschulen, Realschulen und Gymnasien Geldpreise von insgesamt 3500 Euro sowie zahlreiche Sachpreise gewinnen. Zusätzlich prämierte die „Junge Presse Niedersachsen“, die den Wettbewerb organisiert, Schulen in fünf Sonderkategorien. Schirmherr des Projekts ist der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (SPD).
Die ersten Preise der vier Hauptkategorien gingen an die Zeitungen „Schulflieger“ aus Lüneburg (Grundschulen), „Karli Kolumna“ aus Delmenhorst (Förderschulen), „Lou“ aus Stuhr (Realschulen) und „Die Giraffe“ aus Verden (Gymnasien). Doch auch Redaktionen von hannoverschen Schülerzeitungen konnten sich über hohe Platzierungen freuen.
In der jüngsten Altersgruppe belegte die Grundschule Ronnenberg den zweiten Platz mit ihrer Schülerzeitung „Lese-Löwen-Alarm“. Den Preis nahmen fünf Schülerinnen entgegen, die alle an der Zeitung mitgeschrieben haben. „Wir haben sehr viel über Sport geschrieben und Interviews geführt“, berichtete eine von ihnen. Laudatorin Johanna Stein lobte die Transparenz der Zeitung: „Ihr habt die ganze Redaktion vorgestellt, das hat uns gut gefallen.“ Stein ist Redakteurin und Teil der Jury. Zudem verlängerte das Johannes-Kepler-Gymnasium aus Garbsen seine Erfolgsserie mit dem zweiten Platz. Vergangenes Jahr hatte das Redaktionsteam mit seiner Schülerzeitung „Ellipse“ den ersten Platz geholt – nicht nur in Niedersachsen, sondern auch beim anschließenden bundesweiten Wettbewerb.
„Zeit“-Redakteur Oskar Piegsa gratulierte den Schülerinnen und Schülern zu einer vielseitigen und arbeitsintensiven Zeitung rund um das Thema Grenzen. „An der nächsten Ausgabe schreiben wir schon“, verriet Mika Schiller nach der Preisverleihung. Welches Oberthema die nächste Zeitung haben wird, bleibe aber vorerst Redaktionsgeheimnis.
„Schülerzeitung ist Bullshit“, hatte Piegsa zuvor seine Laudatio begonnen, „und zwar weil Schüler als Begriff nicht ausreicht – und Zeitung auch nicht.“ Die Einsendungen seien viel multimedialer. Die Margot-Friedländer-Gesamtschule machte das deutlich: In ihrem Youtube-Video „Die Sache mit der Regenbogenflagge“ griffen die Schülerinnen und Schüler die Anfeindungen auf, die ihre Schule erlebte, nachdem sie eine Regenbogenflagge aufgehängt hatte.
„Wir brauchen in den sozialen Medien Infos, die kritisch hinterfragen und aufklären“, findet auch Ministerpräsident Lies. Für ihren Beitrag gewannen die Jungredakteure aus der Wedemark den Sonderpreis „Demokratie stärken“ im Wert von 500 Euro. „Davon kaufen wir einen Teleprompter“, verkündete einer der Schüler.
Neben den Sachspenden wie zahlreichen Büchern, die unter anderem das Medienunternehmen „Correctiv“ zur Verfügung stellte, kommen die Geldpreise seit Jahren aus einer Quelle: der Dr. Norbert-Jahn-Stiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung Schaumburg. Der Namensgeber war trotz hohen Alters persönlich vor Ort und gratulierte den Teilnehmenden.
Zusätzlich vergaben verschiedene Institutionen Sonderpreise für Fotografie, kritische Berichterstattung, Europafokus und Newcomer.