Zeckensaison beginnt: So schützen Sie sich
Auch in Niedersachsen gibt es inzwischen Risikogebiete für die gefährliche Krankheit FSME

Winziger Blutsauger: In der Region Hannover beginnt die Zeckenzeit.Foto: Holger Hollemann/dpa

Die Temperaturen steigen – und mit ihnen auch die Zahl der Zecken. Wer jetzt viel draußen unterwegs ist, sollte deshalb besonders aufmerksam sein. Darauf weist das Niedersächsische Landesgesundheitsamt hin. Denn neben der bekannten Borreliose können Zecken auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen – eine seltene Krankheit, die schwere Folgen haben kann.

Lange galt FSME vor allem als Problem im Süden Deutschlands. Inzwischen ist das Thema aber auch in Niedersachsen angekommen. Zwei Landkreise gelten mittlerweile als Risikogebiete: das Emsland und seit Kurzem auch der Landkreis Celle. Die Fallzahlen sind bislang niedrig. 2021 wurden in Niedersachsen sieben Fälle registriert, 2022 acht, 2023 elf, 2024 waren es 13 und 2025 zehn.

Auch die Erkrankung Borreliose bleibt gefährlich: Je nach Region und Entwicklungsstadium der Zecken sind bis zu 35 Prozent der Schädlinge mit Borrelien infiziert und können diese auf den Menschen übertragen. Diese Bakterien können Gelenke und verschiedene Organe angreifen. Noch Wochen bis Monate nach der Infektion können Entzündungen großer Gelenke auftreten. Schon bei der Ansteckung selbst gebe es bei den Krankheiten entscheidende Unterschiede, erklärt Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD), der selbst Mediziner ist. So wird Borreliose meist erst nach mehreren Stunden übertragen, deshalb hilft es, die Zecke schnell zu entfernen. „Anders bei der FSME – die Viren werden hier bereits beim Stich übertragen“, so Philippi.

Einen guten Schutz vor FSME bietet die Impfung. Ob sie sinnvoll ist, sollte man am besten mit der Hausärztin oder dem Hausarzt klären. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind 98 Prozent der FSME-Erkrankten nicht oder unzureichend geimpft.

Wie groß das Risiko für einen Zeckenstich ist, hänge stark vom eigenen Alltag ab, sagt der Virologe Masyar Monazahian vom Landesgesundheitsamt. Wer viel im Grünen unterwegs ist – beim Wandern, Joggen oder mit dem Hund –, hat ein höheres Risiko, von einer Zecke gestochen zu werden. Gerade in der Ferienzeit lohnt es sich deshalb, sich vor Reisen über die Situation vor Ort zu informieren. In vielen Regionen Süd- und Osteuropas ist FSME deutlich weiter verbreitet als hier.

Die meisten Infektionen geschehen laut RKI vor der eigenen Haustür: Der vermutete Ansteckungsort liegt in über 90 Prozent der dokumentierten Fälle im Wohnumfeld. Gleichzeitig treten Erkrankungen vorwiegend zwischen Mai und Oktober auf – mit einem Höhepunkt im Frühsommer.
Am besten ist es, Zeckenstiche ganz zu vermeiden. Das Landesgesundheitsamt hat dafür folgende Tipps:

■ Helle, lange Kleidung hilft, die kleinen Tiere schneller zu entdecken.

■ Festes Schuhwerk und Insektenschutzmittel können zusätzlich schützen.

■ Nach einem Spaziergang im Grünen sollte man den Körper gründlich absuchen – insbesondere an warmen Stellen wie Kniekehlen, Hals oder Kopf.

Denn auch wenn FSME selten bleibt: Die Krankheit kann ernst werden. Oft beginnt sie mit grippeähnlichen Symptomen, in schweren Fällen kann es zu Entzündungen von Gehirn und Hirnhäuten kommen.

Borreliose tritt deutlich häufiger auf, lässt sich aber gut behandeln – wenn sie früh erkannt wird.
Ein typisches erstes Anzeichen ist eine etwa münzgroße, sich ausbreitende Hautrötung an der Stichstelle, die sogenannte Wanderröte.
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