Beim diesjährigen Wettbewerb traten neun Schulen mit insgesamt 248 Schülerinnen und Schülern gegeneinander an. Innerhalb eines Monats sammelten sie 15.543 Elektroteile aus Haushalten in ihrem Umfeld. Den ersten Platz sicherte sich die Freie Waldorfschule Hannover-Bothfeld: Mit 7550 gesammelten Teilen und zusätzlich erarbeiteten Aktionspunkten setzte sich die siebte Klasse deutlich an die Spitze.
Der Wettbewerb bewertet nicht allein die Menge der abgegebenen Geräte. Auch begleitende Aktivitäten fließen ein, etwa selbst gestaltete Informationsplakate, organisierte Reparaturangebote oder Beiträge in sozialen Medien. Auf diese Weise verbindet das Projekt praktisches Sammeln mit Bildungsarbeit und öffentlicher Aufmerksamkeit.
Seit dem Start der Initiative haben sich 76 Schulen beteiligt. Mehr als 1.850 Schülerinnen und Schüler sammelten zusammen über 110.000 Altgeräte. Das entspricht einem Gewicht von mehr als 56 Tonnen Elektroschrott. Ziel ist es, Wertstoffe wieder in den Kreislauf zu bringen und gleichzeitig das Bewusstsein für Konsum und Entsorgung zu schärfen.
Hintergrund ist ein strukturelles Problem: In Deutschland fallen jährlich rund 1,7 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Laut Umweltbundesamt werden jedoch lediglich 29,5 Prozent korrekt erfasst und recycelt. Das liegt deutlich unter der europäischen Zielmarke von 65 Prozent. Viele Geräte bleiben ungenutzt in Haushalten liegen oder werden unsachgemäß entsorgt.
Das „E-Waste Race“ setzt genau an diesem Punkt an. Schülerinnen und Schüler sprechen gezielt Haushalte in ihrer Umgebung an, sammeln ausrangierte Geräte ein und führen sie fachgerechten Recyclingwegen zu. Zugleich beschäftigen sie sich mit Fragen der Wiederverwendung und Reparatur. Teilweise werden funktionstüchtige Geräte weitergegeben oder im Rahmen von Repair-Cafés instand gesetzt.
Oberbürgermeister Belit Onay, der die Schirmherrschaft übernommen hat, hebt die Bedeutung des Engagements hervor: „Die Schüler*innen haben beim E-Waste Race gezeigt, wie viel Engagement und Teamgeist in ihnen steckt. Für eine nachhaltige Stadt brauchen wir Menschen, die Verantwortung übernehmen – und genau das haben die teilnehmenden Schüler*innen gemacht. Sie machen sichtbar, wie wichtig Recycling und bewusster Konsum für unsere Zukunft sind. Mit ihrem Engagement leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Ressourcenschutz – und wirken damit über die Schule hinaus in ihre Familien und Nachbarschaften. Das E-Waste Race zeigt eindrucksvoll, wie praktische Umweltbildung gelingen kann – genau solche Initiativen brauchen wir, um Nachhaltigkeit im Alltag zu verankern.“
Für die Gewinnerklasse ist der Wettbewerb auch mit einem praktischen Erlebnis verbunden: Sie erhält einen Klassenausflug ins phaeno Wolfsburg.
Im Mittelpunkt des Projekts steht jedoch der langfristige Effekt. Die Initiative der Lavera Thomas Haase Stiftung und der Initiative „Das macht Schule“ will dazu beitragen, nachhaltiges Verhalten im Alltag zu verankern und junge Menschen frühzeitig für Ressourcenschutz zu sensibilisieren.