Erstmals unter der künstlerischen Leitung von Desimo ist ein dichtes Geflecht aus 51 Acts und rund 110 Künstlerinnen und Künstlern entstanden. 96 Shows verteilen sich auf 25 Bühnen und Spielorte – ein Parcours durch Comedy und Kabarett, Clownerie, Musik, Urban Dance, Puppenspiel, Zirkus, Performance, Akrobatik, Zauberei und Improvisation. Bereits der Auftakt auf der beliebten Picknickwiese verspricht jene besondere Mischung aus entspanntem Sommerabend und gespannter Erwartung, die das Kleine Fest seit Jahren prägt. Walk Acts und Inszenierungen verweben sich dabei zu einem Erlebnis, das weniger linear erzählt wird als vielmehr entdeckt werden will.
Dass das Festival trotz kurzer Vorbereitungszeit in dieser Form stattfinden kann, wertet Desimo selbst als besondere Leistung: „Die zeitlichen Abläufe waren zum Teil natürlich herausfordernd,“ so der neue künstlerische Leiter: „Wir haben uns auf das Wesentliche konzentriert: auf Qualität, Haltung und Atmosphäre. Ich bin überzeugt davon, dass das Publikum das spüren wird.“.
Gleichzeitig veränderte sich die Perspektive: Mehr Produktionen stammen aus Deutschland und den europäischen Nachbarländern. Das erleichterte Organisation und Planung – und hatte einen willkommenen Nebeneffekt. Die Eintrittspreise bleiben stabil und wurden seit 2022 nicht erhöht, obwohl die Kosten in der Veranstaltungsbranche deutlich gestiegen sind.
Inhaltlich setzt das Programm auf eine Balance aus bekannten Namen und neuen Handschriften. Wieder dabei sind unter anderem Klappmaul-Komiker Werner Momsen, Kabarettist Matthias Brodowy und die Stelzenfiguren von Teatro Pavana. Zugleich markieren zahlreiche Premieren den Aufbruch. Der Cirque Bouffon entwirft mit neun Mitwirkenden eine poetische Bilderwelt zwischen Melancholie und Artistik, begleitet von Live-Musik. Die Urban-Dance-Gruppe Vivi & The Vinh bringt ein Stück über Spielsucht in den barocken Gartenraum, während Karina Syndicus mit „Cumulus Fortuna“ eine eigens entwickelte Performance zwischen Kabarett und Körpertheater zeigt. Auch abseits der großen Namen entstehen besondere Situationen. Ein improvisierendes Musikduo verwandelt spontane Zurufe aus dem Publikum in Songs, eine kleine Eisenbahn fährt durch das „Orient Espresso“, und im Vorlesezimmer werden passende Texte individuell ausgewählt. Der als „Gurkenclown“ bekante niederländische Performer Frans Custers tritt erstmals als Wahrsagerin auf, während junge Stand-up-Comedians in einem neuen Format ihre Perspektiven einbringen.
Musikalisch reicht das Spektrum von Chansons bis Klassik, von satirischen Programmen bis zu spontanen Kompositionen. Gleichzeitig wird die Verbindung zur Stadt gezielt ausgebaut. Poetry-Slam-Formate, Chor-Mitmachaktionen und Kooperationen mit hannoverschen Kulturinstitutionen stärken die Rolle des Festivals als Plattform des lokalen Kulturlebens. Die Kleinkunstbühne zeigt den Zauberer Martin Sierp; der Pavillon ist mit dem Dance Project der hannoverschen Choreographin und Tänzerin Mónica García Vicente vertreten, und die TAK-Bühne ist mit Onkel Fisch erstmals beim Kleinen Fest dabei. Hannover als UNESCO City of Music ist durch das „HIDDEN Kollektiv“ im Lindenstück vertreten.
Organisatorisch reagiert das Kleine Fest auf Erfahrungen der vergangenen Jahre. Die Wege werden verkürzt, Spielorte rücken näher an den Eingang, und der hintere Teil des Gartens bleibt unbespielt. Zentraler Treffpunkt bleibt die Fontänenbar, die sich als sozialer Mittelpunkt etabliert hat. Am Ende des Abends versammeln sich Künstlerinnen, Künstler und Publikum nahe der großen Fontäne – ein gemeinsamer Ausklang, der den Charakter des Festivals unterstreichen soll.
Das vollständige Programm wird ab Anfang Juni unter kleines-fest-hannover.de abrufbar sein. Ein gedrucktes Programmheft liegt voraussichtlich ab 18. Juni 2026 vor. Es kann für drei Euro an den Kassen der Herrenhäuser Gärten und an der Abendkasse gekauft werden.