Facetten der Meere
International Ocean Film Tour bringt fünf faszinierende Filme ins Theater am Aegi

In „Home Is The Ocean“ geht es um das Familienleben auf einem Expeditionssegelboot.Filmstill: Ican
Hannover. Die International Ocean Film Tour macht Station in Hannover: Am Sonntag, 22. März, wird das aktuelle Programm der zwölften Ausgabe ab 15 Uhr sowie ab 19 Uhr im Theater am Aegi gezeigt. Die europaweite Reihe bringt jedes Jahr ausgewählte Filme rund um Ozeane, Wassersport und Meeresschutz auf die Leinwand. In diesem Jahr umfasst das Programm fünf Beiträge, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Leben am und im Meer befassen. Die Gesamtlaufzeit der Filme beträgt rund 130 Minuten, ergänzt durch eine rund 30-minütige Pause sowie Moderation und ein begleitendes Rahmenprogramm, sodass sich eine Veranstaltungsdauer von etwa zweieinhalb bis drei Stunden ergibt.

Die Auswahl verbindet spektakuläre Naturaufnahmen mit persönlichen Geschichten. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die sich bewusst für ein Leben mit oder auf dem Meer entschieden haben, sportliche Herausforderungen suchen oder sich intensiv mit dem Schutz mariner Lebensräume auseinandersetzen. Die Filme werden in der Originalfassung mit Untertiteln gezeigt und eröffnen so authentische Einblicke in unterschiedliche Lebenswelten rund um den Ozean.

■ „A Different Beast“ – Pazifiküberquerung im Ruderboot

Ein extremes Abenteuer steht im Zentrum dieses Beitrags: Die Brüder Lachlan, Ewan und Jamie Maclean wollen den Pazifik ohne Unterstützung und ohne Unterbrechung überqueren. Zwischen Peru und Australien liegen rund 14.480 Kilometer – eine Strecke, die höchste körperliche und mentale Belastbarkeit erfordert. Der Film begleitet die intensive Vorbereitung der drei Schotten, die bereits Erfahrungen im Ozeanrudern gesammelt haben, und zeigt, wie sie sich auf ein Vorhaben einstellen, dessen Ausgang trotz aller Planung ungewiss bleibt. Neben der körperlichen Vorbereitung spielt auch die mentale Stärke eine entscheidende Rolle.

■ „The Last Dive“ – Begegnung unter Wasser

Der Film erzählt die Geschichte von Terry Kennedy, der vor mehr als vier Jahrzehnten vor der mexikanischen Pazifikküste einem Mantarochen begegnete. Aus dieser Begegnung entwickelte sich über Jahre eine ungewöhnliche Verbindung zwischen Mensch und Tier. Die Erfahrung veränderte Kennedys Leben grundlegend und führte ihn vom Außenseiter zu einem engagierten Naturschützer. Im hohen Alter kehrt er noch einmal an den Ort zurück, an dem alles begann – in der Hoffnung, dem Tier erneut zu begegnen und einen Kreis zu schließen.

■ „Home is the Ocean“ – Leben auf engem Raum

Seit 25 Jahren ist die Familie Schwörer auf den Weltmeeren unterwegs. Was als Expedition begann, wurde zu einem dauerhaften Lebensentwurf: Acht Menschen teilen sich ein Segelboot und verbringen ihren Alltag auf rund 20 Quadratmetern. Der Film begleitet die Familie über mehrere Jahre hinweg und zeigt, wie sie traditionelle Vorstellungen von Heimat, Bildung und Zusammenleben hinterfragt. Die enge Verbindung zur Natur prägt den Alltag ebenso wie die Herausforderungen des Lebens auf See. Eine dramatische Sturmerfahrung zwingt die Familie schließlich, ihre Lebensweise und Zukunftspläne neu zu überdenken.

■ „Up the Coast“ – Auf der Suche nach Wind

Kitesurfer Kevin Langeree und seine Crew reisen entlang der südafrikanischen Küste, um ideale Bedingungen für ihren Sport zu finden. Der Film folgt dem Team auf einem Roadtrip, der von wechselhaftem Wetter und der Suche nach dem perfekten Wind geprägt ist. Immer wieder müssen Entscheidungen neu getroffen werden, während die Landschaft und die Bedingungen sich ständig verändern. Die Aufnahmen zeigen eindrucksvoll die Dynamik zwischen Mensch, Sport und Natur.

■ „Christa Funk: First In, Last Out“ – Zwischen Wellen und Kamera

Im Porträt der Surffotografin Christa Funk verbindet sich sportliche Leidenschaft mit künstlerischem Anspruch. Funk arbeitet an der berühmten Pipeline auf Hawaii, einer der anspruchsvollsten Wellen weltweit. Der Film zeichnet ihren Weg von den Anfängen in Colorado bis zu ihrer heutigen Tätigkeit nach und zeigt, wie sie sich in einer von Männern dominierten Szene etabliert hat. Dabei entstehen Bilder unter extremen Bedingungen, während sie zugleich die besonderen Momente im Wasser festhält.

Die International Ocean Film Tour gilt als eines der etablierten Filmformate für Meeres- und Wassersportthemen in Europa und erreicht mit ihrer Tour zahlreiche Städte. In Hannover bietet das Programm einen kompakten Überblick über aktuelle Produktionen, die sich mit Abenteuer, Naturerlebnis und dem Verhältnis des Menschen zum Ozean auseinandersetzen. Eintrittskarten gibt es ab 22 Euro, ermäßigt 20 Euro, im Vorverkauf online oder über SFU – Sachen für Unterwegs, Schillerstraße 33. R/HR

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