Die tierärztliche Verhaltensmedizin befasst sich mit Störungen, bei denen körperliche Erkrankungen und emotionale Faktoren zusammenwirken können. Körperliche Beschwerden können Veränderungen im Verhalten auslösen oder verstärken, umgekehrt können psychische Belastungen körperliche Symptome beeinflussen.
Zu den häufigen Gründen für eine Vorstellung zählen unter anderem Zwangsverhalten wie das Jagen von Licht oder des eigenen Schwanzes, Angst- und Aggressionsverhalten, Futterprobleme sowie kognitive Einschränkungen im Alter. Bei Katzen gehören außerdem Konflikte zwischen mehreren Tieren im Haushalt, Angstverhalten oder unerwünschtes Urinieren zu den typischen Problemen.
Die Betreuung beginnt mit einem Online-Fragebogen und einem telemedizinischen Erstgespräch zur Vorbereitung des Termins. Anschließend erfolgt in der Klinik eine klinische und verhaltensmedizinische Untersuchung. Auf dieser Grundlage wird ein Therapieplan erstellt, der medizinische und verhaltenstherapeutische Maßnahmen sowie bei Bedarf eine medikamentöse Behandlung umfassen kann.
Richter studierte Tiermedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach dem Staatsexamen arbeitete sie zunächst mehr als zehn Jahre in der Allgemeinpraxis in Kanada. Dort spezialisierte sie sich auf Verhaltensmedizin und absolvierte eine mehrjährige Weiterbildung beim American College of Veterinary Behaviorists, die sie 2024 mit dem Diplomate-Titel abschloss. Zuletzt führte sie in Vancouver eine eigene Praxis für Verhaltensmedizin. An der TiHo baut sie nun die verhaltensmedizinische Sprechstunde weiter auf.