Die Mittel sollen in die geplante Erneuerung der Bewässerungsleitungen fließen. Sie gelten als zentrale Voraussetzung für die Pflege der umfangreichen Pflanzensammlungen im Berggarten. Durch den Klimawandel mit steigenden Temperaturen und häufigeren Trockenperioden sind die Anforderungen an die Gartenpflege in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Einzelne Pflanzenarten und damit auch Teile der über Jahrhunderte gewachsenen Sammlungen geraten zunehmend unter Druck.
„Ich bin sehr dankbar und freue mich sehr darüber, dass es den Herrenhäuser Gärten gelungen ist, diese Zuwendung aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes zu akquirieren“, begrüßt Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender die gute Nachricht. „Die Zusage der Förderung bestätigt einmal mehr die Wertschätzung und den nationalen Rang der Herrenhäuser Gärten als einmaliges und erhaltenswertes Denkmal der Gartenkultur“, freut sich Professor Dr.-Ing. Anke Seegert, Direktorin der Herrenhäuser Gärten.
Kern des Projekts ist die vollständige Erneuerung des in die Jahre gekommenen Bewässerungssystems. Leitungen sollen neu verlegt und die Technik durch zusätzliche Hydranten, Ventile sowie eine entsprechende Stromversorgung ergänzt werden. Zudem ist vorgesehen, das System künftig automatisiert zu betreiben. Nach Abschluss der Arbeiten werden die Oberflächen entsprechend den denkmalrechtlichen Vorgaben wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt.
Die Umsetzung ist in mehreren Bauabschnitten geplant, damit der Garten während der Arbeiten weiterhin geöffnet bleiben kann. Zunächst sollen bis 2029 zentrale Versorgungsleitungen unter der Herrenhäuser Straße sowie neue Bewässerungsleitungen im östlichen Bereich des Gartens und im Eingangsbereich entstehen. Die Arbeiten aus dem nun beantragten Förderprogramm sollen 2027 beginnen. Für diesen ersten Abschnitt werden derzeit Kosten von rund 900.000 Euro veranschlagt.
Der Berggarten ist Teil des historischen Ensembles der Herrenhäuser Gärten und wurde ab 1704 angelegt. Heute erstreckt sich der botanische Schaugarten über eine Fläche von rund zwölf Hektar und beherbergt etwa 12.000 Pflanzenarten aus aller Welt.
Das Wasser für die Bewässerung des Freilands stammt aus der Leine. Über die Pumpen der historischen Wasserkunst gelangt es zunächst in die den Großen Garten umgebende Graft und durchläuft dort eine Filteranlage. Anschließend wird es von einer Pumpstation in den Berggarten gefördert. Dort erfolgt die Verteilung bislang über Regneranlagen sowie teilweise manuell mit Gießbrausen.
Die vorhandenen Leitungen sind jedoch stark gealtert und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Sie sind störanfällig und liefern nicht überall den notwendigen Wasserdruck. Mit der neuen Anlage soll die Versorgung künftig flexibler und effizienter gesteuert werden können.
Ein Vorteil liegt in der automatisierten Steuerung: Künftig kann die Bewässerung auch nachts oder in den frühen Morgenstunden erfolgen, wenn weniger Wasser verdunstet. Dadurch lässt sich der Verbrauch reduzieren und die Versorgung der Pflanzen zugleich verbessern. Besonders in heißen Sommern soll so eine stabilere und ressourcenschonendere Pflege der wertvollen Pflanzensammlungen gewährleistet werden.