Frühling im Topf
Ein bunt bepflanzter Kübel mit Frühblühern ist die beste Medizin gegen den Winterblues. Blumenzwiebeln lassen sich dekorativ im Topf kombinieren –
worauf Sie beim Pflanzen aber achten sollten.

Blumenzwiebeln vertragen keine Staunässe.Foto: encierro via imago-images.de

Endlich ist der Frühling da. Seine schönsten Handlanger? Leuchtende Frühblüher. Eingepflanzt in Töpfen und Kübeln holen sie den Frühling ins eigene Zuhause – auf die Terrasse, den Balkon oder an andere Plätze, denen an Märztagen die Farbe fehlt. Und das mit erstaunlich wenig Aufwand.

Entscheidend sei die richtige Vorbereitung des Gefäßes, betont Susanna Cznottka, Autorin des Einfach-Garten-Blogs. „Zuerst wird der Pflanztopf vorbereitet – und das ist ganz wichtig, denn Blumenzwiebeln vertragen keine Staunässe“, erklärt sie. Staunässe lasse sich einfach vermeiden: Der Topf sollte Abzugslöcher haben. Mit Tonscherben oder Steinen als Basis und einer anschließenden Schicht Blähton entsteht zusätzlich eine Drainage.

Was die Pflanzerde betrifft, haben die Frühblüher keine großen Ansprüche. Laut Cznottka ist eine Kombination aus Maulwurfserde und Sand ideal. Die ist nicht nur preiswert, sondern in vielen Gärten ohnehin vorhanden. Anschließend dürfen die Zwiebeln einziehen.

Wer Anfang des Frühjahrs Schalen oder Kübel bepflanzt, sollte auf vorgetriebene Ware im Topf zurückgreifen. Denn trockene Blumenzwiebeln von Tulpen und Co. müssen schon bis Ende Dezember in der Erde stecken, damit sie im folgenden Frühling blühen. Erst ein mehrwöchiger Kältereiz sorgt dafür, dass sie im Frühjahr schließlich austreiben.

Die vorgetriebenen Zwiebeln sind zwar etwas teurer – haben die wichtige Kälteperiode aber dafür schon hinter sich. Beim Auspflanzen darauf achten, dass sie nicht tiefer in die Erde gesetzt werden, als sie auch im Kulturtopf stehen. Etwas organischer Dünger in der Erde gibt den Pflanzen Kraft zum Austreiben für das nächste Jahr.

Und welche Pflanzen lassen sich gut kombinieren? Cznottka rät, sich einen Lieblings-Frühblüher auszusuchen – und anschließend nach passenden Partnern zu schauen, die ähnliche Anforderungen an Licht und Gießmenge haben: „Tulpen beispielsweise mögen es trocken, Schachbrettblumen etwas feuchter – sind also keine gute Kombi“, erläutert die Expertin.

Außerdem ist die Blütezeit zu beachten. Sollen alle Zwiebeln gleichzeitig blühen oder ihre Pracht Stück für Stück entfalten? Wer sich für ein zeitversetztes Blühfenster entscheidet, sollte bedenken, dass sich die Blätter der Zwiebeln nach der Blüte gelb färben. Das sieht zwar nicht besonders schön aus – abschneiden sollte man die welkenden Pflanzenteile allerdings auf keinen Fall. Über die Blätter sammeln Frühlingszwiebeln nämlich Nährstoffe für das Folgejahr.

Wer die welkenden Blumen austauschen möchte, gräbt daher die gesamte Pflanze aus. „Ich setze sie dann einfach in ein Gefäß mit Erde und Drainage und stelle sie an einen weniger sichtbaren Ort im Garten“, sagt Cznottka. Wichtig ist dabei, dass die Pflanzen weiter genug Licht bekommen. Sobald die Blätter richtig trocken sind, hat die Zwiebel ausreichend Kraft gesammelt und die Bloggerin pflanzt sie in den Garten – wo sie im Folgejahr erneut blühen.

Das Prinzip funktioniert übrigens auch andersherum: Statt jedes Jahr neue Frühblüher für Schalen und Kübel zu kaufen, bedient man sich an Zwiebeln aus dem Garten. Beim Ausbuddeln unbedingt darauf achten, dass die ganze Pflanze entnommen wird – insbesondere Schneeglöckchen sitzen oft sehr tief.

Egal ob aus dem Garten oder neu gekauft: Sobald alle Frühblüher in den Topf eingezogen sind, darf dekoriert werden. Moos ist ein natürlicher Bodendecker. Das sieht nicht nur schön aus, sondern schützt die Erde auch vor dem Austrocknen. Laut Cznottka ist die Schönheit mitunter aber nicht von Dauer: „Vögel stibitzen sich gern kleine Fetzen Moos aus meinen Töpfen für ihren Nestbau, aber das gönne ich ihnen“, erzählt die Bloggerin lachend. Ebenfalls auf natürliche Weise zieren Steine oder leere Schneckenhäuser die Töpfe.

Zu Ostern lassen sich hübsche Eierschalen einarbeiten, zum Beispiel von Wachteleiern. Und auch der Schnitt von Obstbäumen passt gut in den Frühlingskübel: Aus feinen Ästen lässt sich ein Kranz formen, der einzelne Pflanzen betont. Ist das frühlingshafte Kunstwerk vollendet, braucht es nur noch einen Platz, an dem die Blütenpracht zur Geltung kommt.

„Toll finde ich zwei gleich bepflanzte Kübel, die den Übergang zwischen Gartenräumen symmetrisch betonen. Etwa rechts und links einer Treppe oder Haustür“, meint Cznottka. Oder man verschenkt ein selbst bepflanztes Exemplar – und damit auch ein buntleuchtendes Stück Frühling.

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