Am Dienstag, 7. April, ab 19 Uhr liest die österreichische Autorin Birgit Birnbacher in der Reihe „NDR Kultur – Der Norden liest“ aus ihrem Roman „Sie wollen uns erzählen“. Im Mittelpunkt steht der junge Oz, der mit ADHS lebt und sich im Schulalltag immer wieder behaupten muss. Als er seiner Mutter einen unangenehmen Brief der Lehrerin überbringen soll, wünscht er sich eine Katastrophe, die von der Situation ablenken könnte. Als er nach Hause kommt, ist tatsächlich etwas geschehen: Die Großmutter, die in den Bergen lebt, ist verschwunden. Birnbachers Text erzählt von einer besonderen Mutter-Sohn-Beziehung, von familiären Spannungen und von der Frage, wie Gesellschaft mit dem Anderssein umgeht.
Judith Hermann stellt am Dienstag, 14. April, ab 19 Uhr ihr Buch „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“ vor. Ausgangspunkt ist die Geschichte ihres Großvaters, der während des Zweiten Weltkriegs für die SS im polnischen Radom stationiert war. Hermann verbindet diese Spurensuche mit Reisen und Erinnerungen aus der Gegenwart und nähert sich den Leerstellen einer Familiengeschichte, über die lange geschwiegen wurde. Ihr Text kreist um die Mechanismen des Erinnerns und Vergessens und zeigt, wie sehr individuelle Biografien mit historischen Erfahrungen verwoben sind.
Ein Höhepunkt des Monats folgt am Donnerstag, 16. April, ab 19.30 Uhr mit der Preisverleihung der LiteraTour Nord. Die Schriftstellerin Annett Gröschner erhält den von der VGH Stiftung ausgelobten und mit 15.000 Euro dotierten Preis. Ausgezeichnet wird ihr literarisches Gesamtwerk, besonders ihr Roman „Schwebende Lasten“. Die Laudatio hält die Journalistin und Buchhändlerin Kathrin Matern. Die öffentliche Preisverleihung findet in den Räumen der VGH Versicherungen statt.
Der Eintritt ist frei, es ist jedoch eine Anmeldung über den folgenden Link erforderlich: gstoo.de/litnord.
Politische und gesellschaftliche Perspektiven stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung am Donnerstag, 23. April, ab 19 Uhr. In der Reihe „Klartext“ stellen Düzen, Tezcan, Tugba, Tülin und Tuna Tekkal ihr Buch „Wut und Wärme“ vor. Die fünf Töchter einer jesidisch-kurdischen Flüchtlingsfamilie berichten erstmals gemeinsam von ihrem Weg zwischen Herkunft, gesellschaftlichem Engagement und öffentlicher Stimme. Aktivismus, politisches Bewusstsein und die Frage nach Solidarität prägen den Abend. Die Schwestern stehen exemplarisch für eine Generation, die gesellschaftliche Debatten nicht nur kommentiert, sondern aktiv mitgestaltet.Und sie glauben an etwas, das größer ist als sie selbst: an das Wir in Zeiten des Ich.
Am Dienstag, 28. April, liest Ulrike Draesner ab 19 Uhr aus „penelopes sch()iff“. Die Autorin greift darin Homers „Odyssee“ auf und erzählt den Stoff neu – diesmal aus der Sicht der Figuren, die in der klassischen Überlieferung kaum im Mittelpunkt stehen. Penelope und ihre Begleiterinnen verlassen den Rand der Geschichte und begeben sich selbst auf eine Reise. Draesner verbindet dabei mythologische Motive mit einer zeitgenössischen, experimentellen Erzählweise, in der Sprache, Perspektiven und Zeiten ineinander übergehen.Wenn nicht anders angegeben, beträgt der Eintrittspreis für die Lesungen 12 Euro, ermäßigt 6 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf (zuzüglich Gebühren) über Eventim solange der Vorrat reicht, Restkarten an der Abendkasse.literaturhaus-hannover.de