Der junge Bulle zog bereits am 1. Dezember des vergangenen Jahres im Erlebniszoo ein, erzählt Tierpfleger Heinß. Bevor er offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, habe er sich aber erst einmal richtig einleben sollen. „Das ging bei ihm wirklich erstaunlich schnell. Nach zwei Tagen konnten wir ihn schon duschen und ihn dann auch schnell an die Tagesabläufe hier gewöhnen“, so Heinß. Nasor kam aus dem Zoo in Rotterdam nach Hannover – dorthin wiederum zog vor wenigen Wochen der Nashornbulle Kito um. Der Wechsel erfolgte als Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP), das für bedrohte Tierarten Tiere zwischen Zoos vermittelt.
Ziel sei es, genetisch stabile Back-up-Populationen aufzubauen, erklärt Kurator Robin Walb. Nasor wurde also nach Hannover geholt, um hier mit der Nashornkuh Maisha für neuen Nachwuchs zu sorgen. Mit Kito sollte sie keine Jungtiere bekommen, da die beiden miteinander verwandt sind, so Walb. Dieser soll nun in Rotterdam die dortige Nashornkuh Naima kennenlernen.
Wann und ob ein Nashornkalb zu erwarten ist, steht derzeit aber noch in den Sternen. So würden die Bullen eigentlich erst mit sieben oder acht Jahren geschlechtsreif, es hätten aber auch schon fünfjährige Bullen Kälber gezeugt, erklärt der Tierpfleger. „Nasor zeigt bereits klassisches Bullenverhalten“, sagt Walb. „Er markiert sein Gehege und zeigt deutliches Interesse an Maisha.“ Vorerst lernen sich die beiden aber noch über die Mauer hinweg kennen. Ein direktes Aufeinandertreffen wollen die Pfleger nicht überstürzen.
Über das EEP tauscht der Zoo Hannover im Übrigen nicht nur Nashörner, sondern all seine Tierarten. Aktuell wird über das Programm auch ein neues Zuhause für die Giraffenkuh Niobe gesucht.
Seit dem Tod der zweiten Giraffendame Jamila lebt sie allein in der Themenwelt Sambesi und soll möglichst bald wieder in eine Herde integriert werden. Gespräche dazu liefen bereits, sagte Zoo-Sprecherin Simone Hagenmeyer – spruchreif sei allerdings noch nichts.