Neue Ideen
für Hannovers Image
Kampagne der Tourismusgesellschaft soll die Landeshauptstadt bekannter machen:
„Unboxing Hannover“ startet Mitte März. Der Auftrag kostet 250.000 Euro.

Neue Impressionen: Christian Katz und Laura Bommert von der HannoverMarketing undTourismus Gesellschaft präsentieren auf dem Telemoritz die neueImagekampagnefür Hannover. Foto: Florian Petrow
Hannover. Selbstverständlich geht es auch um den Keks, der aus Hannover nicht wegzudenken ist. „Hier ist alles in Butter. Sogar die Kekse“, lautet einer der Slogans der neuen Imagekampagne für Hannover. Unterlegt ist der Spruch mit einem Bild vom traditionellen Leibniz-Butterkeks auf gelbem Hintergrund. Mit solchen Werbefotos und Sprüchen soll Hannover wieder strahlen, und sich vom Graue-Maus-Image lösen. „Wir packen Hannover wieder auf die Karte“, sagt Christian Katz, neuer Chef der Hannover Marketing und Tourismus Gesellschaft (HMTG).

Den einen Stadt-Slogan mit entsprechendem Logo oder Fotomotiv gibt es nicht, sondern viele verschiedene Themen, Bilder und markante Sätze. Zum Auftakt der Kampagne Mitte März will die HMTG neun Motive ausspielen, sei es im Internet oder auf Plakaten im Straßenraum. Insgesamt sind etwa 20 Motive geplant, aber die Zahl könne auch noch erweitert werden, sagt Katz. Im Grunde spielt die neue Imagekampagne mit bekannten Hannover-Themen, etwa der Naherholung (das grüne Hannover), Großveranstaltungen (Maschseefest), Kioskkultur, Sternerestaurants und Herrenhäuser Gärten.

Im Folgenden eine kleine Auswahl der neuen Plakatmotive: Auf einem Foto sieht man das goldene Tor im Großen Garten, dazu der Spruch: „Golden Gate. Haben wir auch. Steht im Garten.“ Ein anderes Motiv zeigt die Eilenriede aus der Vogelperspektive. Dazu heißt es: „Stadtwald. Größer als der Central Park.“ Ein weiteres Bild zeigt das nächtliche Hannover von oben mit all seinen Straßen und Bahnlinien. Darauf prangt der Slogan: „Wir drängen uns nicht in den Mittelpunkt. Der sind wir schon.“

Frisch, ironisch und bodenständig solle das rüberkommen, heißt es vonseiten der HMTG. Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) ist angetan. „Ein positives Image ist auch ein Wirtschaftsfaktor“, sagt Onay.

Entwickelt wurde die Kampagne in mehreren Schritten. So hat die HMTG in einer europaweiten Ausschreibung drei Hamburger Agenturen gefunden, die die neue Imageoffensive gestalten: Pahnke GmbH, Brandmeyer Markenberatung und Stadtmanufaktur GmbH. Parallel haben die hannoverschen Tourismusexperten sieben Workshops mit insgesamt 160 Teilnehmern aus Stadtverwaltung, Gastro- und Konzertbranche, Handel und Wirtschaft, Sport und Kultur organisiert, um Ideen und Themen zu sammeln.

Herausgekommen ist „Unboxing Hannover“ – so nennen die Werbeprofis ihren Ansatz. Der Begriff kommt aus der jugendlichen, internetaffinen Sprache und bezeichnet ein neugieriges, freudiges Entdecken von Unbekanntem. „Dass viele Menschen kein klares Bild von Hannover haben, ist auch eine Chance“, sagt Helge Hummel von der Agentur Pahnke.

250.000 Euro hat die HMTG für den Auftrag ausgegeben. Dass sich die Kosten in Grenzen halten, liege auch daran, sagt HMTG-Chef Katz, dass sich die beauftragten Agenturen nicht alles selbst ausdenken mussten, sondern Inhalte geliefert bekamen, eben durch die Workshops.

Mit der neuen Imagekampagne wolle man verschiedene Gruppen ansprechen, heißt es vonseiten der Agenturen: Zum einen sei das Ziel, Fachkräfte zu überzeugen, dass Hannover ein lebenswerter Ort ist. Zum anderen wolle man Touristen anlocken. Und nicht zuletzt sollen auch die Stadtbewohner einen frischeren Eindruck von ihrer Stadt bekommen. „Nur 37 Prozent der Deutschen verbinden konkrete Vorstellungen mit Hannover“, sagt HMTG-Chef Katz. Das wolle man ändern. Hannover sei ein „hidden (verborgener) Champion“ und das „hidden“ wolle man streichen. Klar sei aber auch, dass der Prozess Jahre dauern werde. „Unboxing Hannover“ verstehe er als Plattform, sagt Katz, die stets offen sei für neue Ideen.
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