Tresoldi glaubt an den 96-Aufstieg
Ehemaliger Hannover-Stürmer zieht erstes Brügge-Fazit und schaut noch 2. Liga

Am Ball in Belgien: Brügges Nicolo Tresoldi (links).Foto: IMAGO/Nico Vereecken

Aus „Alte Liebe“ wurde die Champions-League-Hymne. Aus Gegnern wie Münster, Fürth und Elversberg wurden Bayern München, FC Barcelona oder Arsenal. Und aus anfänglichen 400.000 Euro Marktwert sind mittlerweile 10 Millionen geworden. Das 96-Eigengewächs Nicolo Tresoldi (21) verließ Hannover im vergangenen Sommer, wechselte nach Belgien zum Club Brügge – und schlug dort direkt voll ein. Im Interview mit transfermarkt.de zog Tresoldi eine erste Bilanz.

Rückblick: Nach acht Jahren im Trikot von Hannover 96 entschied sich Tresoldi vergangenen Sommer für einen Wechsel in die 1. belgische Liga nach Brügge. Trotz Gerüchten aus der Bundesliga von Vereinen wie Eintracht Frankfurt und dem Hamburger SV oder seiner italienischen Geburtsstadt Cagliari zog es den deutschen U21-Nationalspieler nicht in eine Top-Liga. „Ich wollte auch heraus aus meiner Komfortzone in Hannover“, sagt er. „Es gab auch Interesse aus Deutschland, aber ich wollte bewusst nochmal neue Reize setzen, neue Strukturen kennenlernen.“

Die Umgewöhnung gelang Tresoldi schnell. Im Ligabetrieb sammelte er in 25 Spielen zehn Scorerpunkte. In der Champions League traf er bereits dreimal – netzte unter anderem beim 3:3 gegen den spanischen Giganten FC Barcelona. „Gegen Barca, Bayern oder Arsenal in der Champions League aufzulaufen, ist schon etwas anderes, als in der 2. Bundesliga zu spielen“, sagt Tresoldi. In seiner letzten Zweitligasaison war der Stürmer zwar Hannovers bester Torschütze, traf aber in 34 Partien „nur“ siebenmal.

„Die Spielweise in der Liga ist von hohem Tempo und vielen Zweikämpfen geprägt. Das macht unheimlichen Spaß – natürlich auch, weil wir eine Mannschaft sind, die nach vorne spielt, viele Chancen kreiert und Tore erzielt“, sagt Tresoldi gegenüber transfermarkt.de über den Spielcharakter in Belgien. Die Liga läuft in Deutschland weitestgehend unter dem Radar. Dennoch machten Vereine wie Club Brügge oder Saint-Gilloise international immer wieder auf sich aufmerksam. Auf nationaler Ebene ist das Leistungsgefälle etwas größer. „Auswärts spielt man ab und zu auf Kunstrasen, das ist etwas, das ich aus der 2. Bundesliga noch nicht kannte“, sagt Tresoldi: „Auch die Stadien sind im Durchschnitt sicherlich etwas kleiner als in Deutschland.“

Die „Mehrkampfanlage“, also die Trainingsplätze von 96, befindet sich direkt am Stadion. Unweit entfernt vom Maschsee. Tresoldis neues Trainingsgelände ist allerdings auch nicht schlecht gelegen – und ebenfalls am Wasser: „In der Nähe vom Strand. Gerade im Sommer war das sehr schön“, sagt er: „Die gesamte Infrastruktur des Vereins ist schon auf dem höchsten Niveau und deutlich über dem Level, das ich aus Hannover kannte. Ich wohne nur vier Minuten vom Trainingsgelände entfernt und habe kurze Wege. Das war in Hannover anders.“

Für den Wechsel kassierte 96 eine Sockelablöse von etwa 7,5 Millionen Euro. Inklusive Boni können es 10 Millionen werden. Das wäre Vereinsrekord. Kontakt nach Hannover hat Tresoldi noch immer, zum Beispiel zu Enzo Leopold oder Kolja Oudenne.

„Ich verfolge jedes Spiel und drücke immer die Daumen. Es freut mich sehr, dass es in den letzten Wochen wieder besser läuft. Am Ende wird Hannover hoffentlich aufsteigen, das wünsche ich nicht nur den Spielern, sondern auch einfach den Fans und dem ganzen Verein“, sagt Tresoldi.

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