Gestern hatte der Regionsausschuss wie tags zuvor schon der Schulausschuss die Pläne einstimmig verabschiedet. Nächste Woche stimmt die Regionsversammlung darüber ab. Die Region wird rund 4 Millionen Euro Miete jährlich zahlen. Wegen eines Indexmietvertrags, wie er bei Gewerbe- und Büroräumen typisch ist, werden in 30-jähriger Laufzeit geschätzt 154,8 Millionen Euro Miete fällig. Gegenüber einem Neubau, der bis zu 226 Millionen Euro kosten könnte, ist dies eine deutliche Ersparnis.
Dies sei ein guter Tag für die Bildungspolitik, aber auch für die Stadtentwicklung, sagte Krach. Und Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) stimmte ihm zu: „Ich bin sehr froh.“ Schon zu Zeiten des Aufhofs, als sich das ehemalige Kaufhaus in ein temporäres Veranstaltungszentrum verwandelt hatte, hätten Studierende der Hochschule den Umsatz umliegender Gastronomiebetriebe um bis zu 300 Prozent gesteigert, berichtete der OB. Von der BBS erhoffe er sich ähnliche Wirkung. Onay sagte. „Das wird ein echter Leuchtturm am Übergang zwischen Altstadt und City.“
In dem Gebäude will Unternehmer Blume nicht nur offene Lernlandschaften für die BBS, sondern auch 150 Wohnungen errichten. Derzeit werde das Gebäude, das seit drei Jahren leer steht, entkernt. Und bald falle auch die Entscheidung im Wettbewerb, an dem sich international bekannte Architektenbüros beteiligten. Vorher wollte Blume sich zu etwaigen Umbaukosten nicht äußern.
An der BBS Cora Berliner werden junge Menschen in den Bereichen Büro, Handel und Freizeit ausgebildet. Die Klassenräume in dem früheren Kaufhaus sollen von allen Seiten lichtdurchflutet sein. Die Fassade werde spektakulär aussehen, versprach Blume. Hier entstehe die Berufsschule der Zukunft. Die Schülerinnen und Schüler sollten gern zur Schule gehen. Die moderne Architektur soll auch neue Formen des eigenständigen Lernens ermöglichen.
„Wir stellen die Lernenden in den Mittelpunkt“, sagte Schulleiterin Christiane Fischer. Das spiegele sich auch in der Architektur wider. Der neue Standort drücke Wertschätzung für die Schule aus und rücke die berufliche Bildung dorthin, wo sie hingehöre, nämlich ins Zentrum der Stadt.
Gefahr durch zu viel Ablenkung in der City mit Läden und Cafés sieht Schulleiterin Fischer für ihre Schüler nicht. Auch Onay sagte augenzwinkernd: „Wenn eine Schule schön ist, sinkt auch die Gefahr des Schwänzens.“
Schuldezernentin Isabella Gifhorn, erst seit sechs Wochen im Amt, kündigte für die BBS einen Nutzungsbeginn im Laufe des Jahres 2028 an. Die dann frei werdenden beiden Standorte an der Brühlstraße (Calenberger Neustadt) und Nußriede (Roderbruch) sollen ertüchtigt und für andere Schulen genutzt werden. Ob dies eine Möglichkeit für die seit Jahren sanierungsbedürftige Heinrich-Ernst-Stötzner-Schule in Groß-Buchholz, eine Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung, sein könnte, ließ Gifhorn noch offen.
Regionspräsident Krach sagte aber, nachdem die Region zuletzt viel für ihre Berufsbildenden Schulen getan habe, werde man auch für die Förderschulen gute Lösungen finden. In den vergangenen Jahren habe die Region in puncto Neubau und Anmietungen zu wenig für ihre Schulen getan. „Wir haben viel aufzuholen.“