Zertifikate für neue „A-Teams“
Junge Leute übernehmen an 18 Bildungseinrichtungen Verantwortung in der Antidiskriminierungsarbeit

Die neuen Antidiskriminierungs-Teams mit Oberbürgermeister Belit Onay sowie Sozial- und Integrationsdezernentin Sylvia Bruns auf der Treppe in der Halle des Neuen Rathauses.Foto: LHH
Hannover. Mehr als dreißig junge Menschen haben in Hannover ihre Zertifikate als Mitglieder neuer Antidiskriminierungs-Teams erhalten. Oberbürgermeister Belit Onay und die Dezernentin für Soziales und Integration, Sylvia Bruns, überreichten die Auszeichnungen im Rahmen einer Feierstunde. Die geschulten Schülerinnen und Studierenden stehen künftig an ihren Schulen und Hochschulen als Ansprechpersonen für Betroffene von Diskriminierung zur Verfügung.

Das Projekt „A-Teams“ – kurz für Antidiskriminierungs-Teams – verfolgt das Ziel, Strukturen zu schaffen, um Antidiskriminierungsarbeit langfristig im Bildungsbereich zu verankern und weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen der Abbau von Zugangsbarrieren, die Förderung von Diversität sowie eine größere Sichtbarkeit unterschiedlicher Lebensrealitäten. Koordiniert wird das Projekt seit 2023 von der städtischen Antidiskriminierungsstelle, die im Sozialdezernat der Landeshauptstadt Hannover angesiedelt ist.

Im Herbst 2025 hatten die Teilnehmenden mehrere Schulungen durchlaufen. Externe Expertinnen und Experten vermittelten ihnen Kenntnisse zu unterschiedlichen Diskriminierungsmerkmalen, zu Fragen der Jugendarbeit sowie zu Gewaltfreier Kommunikation. In der Regel werden jeweils drei junge Menschen pro Einrichtung geschult. Sie fungieren anschließend als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die ihr Wissen an Mitschülerinnen, Kommilitonen und Lehrkräfte weitergeben.

Oberbürgermeister Onay, Schirmherr des Projekts, betonte bei der Übergabe die Bedeutung der Initiative. Die A-Teams leisteten einen wichtigen Beitrag, um an Schulen und Hochschulen eine Kultur zu etablieren, in der offen über Diskriminierungserfahrungen gesprochen werden könne und Betroffene wüssten, an wen sie sich wenden können. Zugleich sei es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Diskriminierung im Alltag abzubauen. Dazu gehöre auch, eigene Denkmuster zu erkennen und kritisch zu hinterfragen. Onay dankte den jungen Engagierten für ihre Bereitschaft, sich mit Diskriminierung auseinanderzusetzen und neue Umgangsweisen zu erlernen. Sein Dank richtete sich ebenso an Lehrkräfte, Schulleitungen, Ansprechpersonen in den Einrichtungen sowie an die städtische Antidiskriminierungsstelle als koordinierende Stelle.

Das A-Team-Projekt wurde 2020 mit Unterstützung des Gesellschaftsfonds Zusammenleben der Landeshauptstadt Hannover ins Leben gerufen. Beteiligt waren die Arbeitsgemeinschaft WIR 2.0 Postmigrantisch und das Netzwerk Generation Postmigration. Ende 2021 startete die Maßnahme als Projekt der WIR 2.0 Arbeitsgemeinschaft Jugend. Mit der Übertragung der Koordination an die Antidiskriminierungsstelle im Jahr 2023 waren zunächst neun Bildungseinrichtungen beteiligt.

Inzwischen ist das Netzwerk gewachsen: Aktuell nehmen achtzehn Einrichtungen aus unterschiedlichen Bildungsbereichen als Kooperationspartner an dem Projekt teil. Die A-Teams werden jeweils von einer Koordinatorin oder einem Koordinator an der Einrichtung begleitet, häufig Lehrkräfte oder Sozialarbeiterinnen. Die Antidiskriminierungsstelle steht mit allen Beteiligten im regelmäßigen Austausch und unterstützt die Teams während der gesamten Projektdauer.

Ziel bleibt es, jungen Menschen einen niedrigschwelligen Zugang zu Unterstützung vor Ort zu ermöglichen und Diskriminierung im schulischen und studentischen Alltag frühzeitig zu thematisieren. Mit den neu zertifizierten A-Teams soll dieses Angebot in Hannover weiter ausgebaut und dauerhaft verankert werden.

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