Emissionen gesenkt
Hannover halbiert Treibhausgase – Verkehrssektor trübt jedoch die Bilanz

Hannover. Hannover kommt beim Klimaschutz voran. Wie aus der im Umweltausschuss vorgestellten Energie- und Treibhausgasbilanz für das Jahr 2024 hervorgeht, hat die Stadt ihre Emissionen seit 1990 nahezu halbiert. Trotz wachsender Siedlungsflächen, steigender Bevölkerungszahlen und einer höheren Zahl an Arbeitsplätzen ist der Energieverbrauch insgesamt gesunken.

Nach Angaben der Verwaltung zeigt die Entwicklung, dass Maßnahmen in unterschiedlichen Bereichen Wirkung entfalten. Sowohl Unternehmen als auch Privathaushalte hätten durch effizientere Technik, einen bewussteren Umgang mit Energie und Investitionen in moderne Versorgungsstrukturen zu dieser Bilanz beigetragen. „Die Zahlen zeigen: Klimaschutz wirkt, wenn Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürger gemeinsam handeln“, erklärte Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel.

Besonders deutlich fallen die Veränderungen in der Wirtschaft aus. Trotz eines Beschäftigungszuwachses sanken die Treibhausgasemissionen je Erwerbstätiger seit 1990 um rund 65 Prozent. Als Gründe nennt die Bilanz effizientere Produktionsprozesse, einen geringeren Energieeinsatz sowie den weitgehenden Abschied von Kohle und Heizöl zugunsten klimafreundlicherer Energieträger wie Fernwärme.

Auch in Privathaushalten zeigt sich ein spürbarer Rückgang. Der Wärmeverbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche hat sich seit 1990 nahezu halbiert, zudem ging der Stromverbrauch zurück. Energetische Sanierungen, moderne Heiztechnik und verändertes Verbrauchsverhalten wirkten sich positiv aus. Die vergleichsweise milde Witterung im Jahr 2024 habe den Trend zusätzlich begünstigt, heißt es in der Vorlage.

Deutlich schwieriger stellt sich die Lage im Verkehrssektor dar. Hier liegen Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen weiterhin über dem Niveau von 1990. Nach Einschätzung der Stadt wurde bislang kein messbarer Beitrag zum Klimaschutz erreicht. Rund die Hälfte der verkehrsbedingten Emissionen entfällt jedoch auf Autobahnabschnitte im Stadtgebiet, die stark vom Transitverkehr geprägt sind und von der Kommune nur begrenzt beeinflusst werden können.

Mit dem Verkehrsentwicklungsplan 2035+ der Region Hannover und dem vom Rat der Landeshauptstadt beschlossenen Masterplan Mobilität 2035 liegen nach Darstellung der Verwaltung strategische Leitlinien vor. Um die Klimaziele zu erreichen, sei jedoch auch eine bundesweite Trendwende im Verkehrssektor erforderlich.

Für die kommenden Jahre rechnet die Stadt mit weiteren Fortschritten. Als wichtige Bausteine gelten die schrittweise Erneuerung der Kraftwerksanlagen bei enercity, der Ausbau klimafreundlicher Fernwärme, energetische Modernisierungen im Wohnungsbestand sowie Investitionen von Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen in die Energiewende.

Ritschel betonte, die Bilanz belege den eingeschlagenen Kurs. „Entscheidend ist, dass wir jetzt nicht nachlassen“, betont die Dezernentin. „Die Bilanz zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Aber Klimaschutz bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe. Hier setze ich weiterhin auf das Engagement aller Beteiligten.“

Der vollständige Bericht zur Energie- und Treibhausgasbilanz 2024 ist auf der Internetseite der Stadt Hannover abrufbar:

hannover.de/Leben-in-der-

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Umwelt-Nachhaltigkeit/Klimaschutz-Energie/Regionale-Klimaschutzziele-und-Konzepte/CO2-Bilanz

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