Ein Auge für Details hat Brigitte Weber – im Beruf fällt das auf, aber erfährt nicht immer genug Anerkennung. Und: Sie ist unabhängig, kann sich eine kleine Eigentumswohnung leisten. Aber auch mit Benachteiligung hat sie zu kämpfen, als Frau in einer durch Männer dominierten Behörde. Auch das schweißt die Kolleginnen zusammen. Über die Jahre entwickelt sich eine Feundschaft, die noch enger wird, als Brigitte Weber in den Ruhestand geht. Die beiden unterstützen sich: Andrea Hoffmann begleitet ihre ehemalige Kollegin zu Ärzten und kümmert sich um die in die Jahre gekommene Wohnung.
Brigitte Weber spendet Trost, als ihre Freundin mit einem Trauerfall zu kämpfen hat. „Wir Frauen müssen doch zusammenhalten“, so Andrea Hoffmann.
Zum letzten Mal telefonieren die beiden am 2. Mai 2024. Am 11. Mai verstirbt Brigitte Weber im Alter von 77 Jahren. Was bleibt, sind viele Erinnerungen: Zum Beispiel, daran, dass sie gut zuhören konnte, kunstvolle Stickarbeiten anfertigte und hervorragend kochte. Deftiges kam dann auf den Tisch. „Einmal hat sie darum gebeten, ihr Schweinepfötchen mitzubringen – und hat dann köstlich für ihre Nachbarn gekocht.“
Was auch bleibt, ist eine Nachlassspende, die anderen dabei hilft, am Lebensende nicht allein zu sein. 40.000 Euro gehen an den ambulanten Hospizdienst der Johanniter – so hatte es sich Brigitte Weber gewünscht. Ehrenamtliche begleiten hier schwer kranke und sterbende Menschen. Sie helfen dabei, Abschied zu nehmen, letzte Wünsche zu erfüllen, spenden Trost oder sind einfach da. „Wir sind zutiefst dankbar“, sagt Hospizkoordinatorin Jasmin Heinecke von den Johannitern. „Einsetzen werden wir das Geld für eine zusätzliche hauptamtliche Koordinierendenstelle. So hilft diese Spende, anderen noch besser helfen zu können.“ (*Name geändert)