Am 8. März (Sonntag) tritt 96 damit um 13.30 Uhr daheim gegen Greuther Fürth an, eine Woche später (15. März) geht es zur gleichen Zeit auf Schalke um Punkte – und dann kommt der BTSV zum Derby nach Hannover. Das Hinspiel in Braunschweig hatte 96 am 26. Oktober 3:0 gewonnen. Die Partie lief damals unter der Umsetzung eines erweiterten Sicherheitskonzepts, rund 2100 Fans von 96 durften im Stadion dabei sein. Bei Aufeinandertreffen zuvor hatte es als Reaktion auf vorangegangene Ausschreitungen im Rahmen des Derbys Teilausschlüsse für Gästefans gegeben.
Polizei und Vereine zogen nach dem jüngsten Niedersachsen-Duell ein durchaus positives Fazit. „Der Spieltag hat gezeigt, dass beide Fanlager die Rivalität leidenschaftlich, aber friedlich und ohne Gewalt ausleben können. Auf Grundlage der heutigen Erfahrungen rechnet Eintracht Braunschweig fest damit, dass auch das 184. Niedersachsenderby im März 2026 in Hannover ohne Teilausschlüsse oder vergleichbare Einschränkungen stattfinden wird“, teilte die Eintracht damals mit.
Aus Sicht der Politik war das Derby in der Hinrunde eine Art Spiel auf Bewährung für die Fans – und im Vergleich mit früheren Aufeinandertreffen der Teams lief es ruhig ab im und um das Stadion herum. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) sagte hinterher allerdings: „Da hatten wir wieder massiven Pyroeinsatz, herausgerissene Sitzschalen, eine ziemlich aggressive Stimmung und Banner mit schwersten Beleidigungen auch gegenüber der Polizei.“ Was sie wohl meinte, ist der Satz „All Cops Are Bastards“, der im 96-Block zu sehen war – auf Deutsch: „Alle Polizisten sind Bastarde“. Behrens hatte sich für konsequentere Stadionverbote gegen gewalttätige Fußballfans ausgesprochen – und begründete das auch mit dem Duell der niedersächsischen Rivalen.
Kurz vor dem vergangenen Niedersachsen-Derby im Herbst 2025 hatte die „Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze“ der Polizei in ihrem neuen Jahresbericht positive Zahlen vorgestellt. Demnach wurden trotz steigender Zuschauerzahlen im Vergleich zum Vorjahr unter anderem 17 Prozent weniger Menschen rund um Profifußballspiele verletzt (1107 Fälle) und 22 Prozent weniger Strafverfahren (5197) eingeleitet. Das Hinspiel war an einem Sonntag um 13.30 Uhr angepfiffen worden – also mitten am Tag. Welche Auflagen es vonseiten der Polizei und der Politik für das Abend-Rückspiel in Hannover geben wird, ist noch offen. In der kommenden Woche soll es ein Treffen der beiden Clubs mit dem Innenministerium geben.
Bis dieses nicht stattgefunden hat, „werden wir das Thema nicht kommentieren“, sagt 96-Sportgeschäftsführer Jörg Schmadtke. Jüngste Erfahrungen aus Hamburg zeigen, dass ein Derby an einem Freitagabend gut funktionieren kann. Nach dem Erstligaspiel von St. Pauli gegen den HSV am 23. Januar (0:0) teilte die Polizei mit, dass es keine größeren Sicherheitsstörungen gegeben habe. Im Rahmen des Spiels am Millerntor waren 1200 Beamte im Einsatz.
Am heutigen Sonnabend geht es für Hannover 96 beim Spitzenspiel gegen Hertha BSC weiter, Anstoß im Berliner Olympiastadion ist um 13 Uhr.