Die Luft von Berlin,
die Straßen von Paris
Der Opernball bekommt einen Stargast: Katherine Mehling singt und moderiert am 13. und 14. Februar in der Staatsoper
Hannover
– und wird dort auch künftig eine wichtige Rolle spielen.

Erfolg als Sängerin und Schauspielerin: Katharine Mehrling hat schon mit Schauspieler Tom Cruise zusammengearbeitet.Foto: Jan Windszus
Hannover. Beim hannoverschen Opernball ist traditionell das Opernhaus selbst der Star, das sehr aufwendig und detailverliebt passend zum jeweiligen Motto des Abends ausgestattet wird. Das wird auch in diesem Jahr so sein, wenn der Titel eines berühmten Chansons von Édith Piaf die Richtung vorgibt: „Padam!“ steht am 13. und 14. Februar für den Charme, die Schönheit und den Esprit der französischen Hauptstadt Paris.

Zusätzlich hat Opernintendant Bodo Busse für seinen ersten Ball als Hausherr aber auch noch einen Stargast engagiert: Die Schauspielerin und Sängerin Katharine Mehrling wird nicht nur im Konzertteil mit dem Staatsorchester auftreten, sondern den Abend auch gemeinsam mit dem Intendanten moderieren.

Mehrling und Busse haben in der Vergangenheit schon öfter zusammengearbeitet, unter anderem bei einem Piaf-Abend am Theater in Saarbrücken. Auch in Hannover war die Sängerin schon bei einem Programm der NDR Radiophilharmonie zu Ehren der französischen Chansonière zu erleben. Ihr großer Auftritt beim Opernball ist auch ein Vorgeschmack auf Kommendes: In der nächsten Spielzeit wird sie bei einer Neuproduktion an der Staatsoper eine Hauptrolle übernehmen.

Geboren 1975 in Hanau, hat Mehrling zunächst einen recht bunten Karriereweg absolviert: Noch als Teenager wurde sie von Ralph Siegel unter Vertrag genommen und trat unter dem Künstlernamen Cassy 1987 beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest an. Später studierte sie Schauspiel und Gesang in London und am berühmten Lee Strasberg Theatre Institute in New York.

Es folgte eine durchaus erfolgreiche Zeit als Schauspielerin (unter anderem war sie 2008 am Kinofilm „Operation Walküre“ mit Tom Cruise beteiligt) und als Musicaldarstellerin. Als Durchbruch erwies sich aber die Zusammenarbeit mit Regisseur Barrie Kosky an der Komischen Oper in Berlin. Vor allem mit Programmen mit Musik von Kurt Weill wurde Mehrling zu einer der populärsten Sängerinnen der Stadt. Kosky sagte über Mehrling, sie singe Weill mit einer Stimme, die „die Luft von Berlin, die Straßen von Paris und die Einsamkeit des New Yorker Exils“ in sich aufnehme. Sie habe „eine der sensationellsten Stimmen der Welt“.

Die vertiefende Zusammenarbeit mit einem Star wie Mehrling beginnt nun beim Opernball. Intendant Busse setzt ansonsten auf Kontinuität: „Zum Glück gibt es für den Ball seit Langem eine planerische Tradition, eine Matrix, die wir jetzt neu füllen konnten“, sagt er. Der hannoversche Opernball sei „schließlich nicht irgendein Ball – das ist auch eine große Theaterperformance“, so Busse. Ihm sei schnell klar geworden, dass er dabei weiter mit dem Team um Regisseur Felix Schrödinger und Ausstatter Pascal Seibicke weiterarbeiten will, das die Bälle der vergangenen Jahre gestaltet hat.

Das Motto „Padam!“ beziehe sich zwar direkt auf Piaf, der Abend sei aber gedacht als „eine Promenade durch die Geschichte und die verschiedenen Quartiere von Paris“. Es wird natürlich einen Eiffelturm geben – in welcher Form, will Busse aber nicht verraten. „Das Team blickt liebevoll ironisch auf die Klischees von Paris“, sagt er. Dazu gehört wohl, dass es eine Guillotine geben wird, aber auch eine Montgolfière, einen Nachbau des ersten Heißluftballons.

Der Opernball sei für das gesamte Haus eine große Anstrengung, aber auch eine große Freude, sagt der Intendant. „Es gibt eine hohe Identifikation in allen Gewerken: Wenn vom Ball die Rede ist, kriegen alle Leute hier leuchtende Augen.“ Die Werkstätten seien stolz auf das, was sie hier leisten. „Der Ball ist auch eine Leistungsschau des Hauses und der Werkstätten“, so Busse. Alle Seitenfoyers mit ihren vielen Nischen werden nach einem bestimmten Thema ausgestattet. „Es wird ein voller Abend mit vielen Menschen“, prophezeit Busse. Man werde viel laufen müssen – aber Flanieren passe ja zu Paris.Restkarten für den
Opernball gibt es unter www.staatsoper-hannover.de und unter Telefon (0511) 99 99 11 11
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