„Wir wollen Kultur und Unterhaltung verbinden“, sagt Katja Lembke. Die Museumsdirektorin konnte 2025 nach zwölf Jahren die Umgestaltung des einst eher betulichen Hauses zum interdisziplinären „Weltenmuseum“ abschließen. Das Konzept rentiert sich offenbar. Zudem waren 2025 mehrere Sonderausstellungen außergewöhnlich erfolgreich: Allein die Gemäldeausstellung „Frischer Wind“ habe rund 35.000 Besucher gezählt, sagt Lembke: „Sie war unser Kassenschlager – Impressionismus zieht immer.“
Das weckt große Erwartungen im Blick auf die Ausstellung „Aufgetaucht“, die vom 24. April an im Landesmuseum zu sehen sein soll: Sie entdeckt den impressionistischen Maler Philipp Klein neu, der 1907 im Alter von nur 36 Jahren starb. Einst wurden dessen preisgekrönte Bilder in Ausstellungen neben Werken von Monet, Slevogt und Liebermann präsentiert. „Zu Lebzeiten war Klein sehr bekannt, erst nach seinem frühen Tod ist er in Vergessenheit geraten“, sagt Leonie Appl, eine der Kuratorinnen der Ausstellung, die das Landesmuseum zusammen mit den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen konzipiert hat. Die Schau soll rund 100 Werke von Klein und anderen Impressionisten zeigen. Einige waren lange in privaten Sammlungen verborgen; manche kamen erst nach einem Onlineaufruf auf Dachböden wieder zum Vorschein.
Publikumsstark dürfte auch die Ausstellung „Unter schwarzer Flagge“ werden, die sich vom 27. November an mit der Geschichte der Piraten von der Nordsee bis in die Karibik beschäftigt. Sie will Klischees korrigieren, die Hollywood kreiert hat.
„Piraten waren Kriminelle, die versuchten, möglichst keine Spuren zu hinterlassen“, sagt Kurator Florian Klimscha. Die Ausstellung zeigt, was die Forschung dennoch ans Licht gebracht hat: Sie präsentiert erstmals in Europa Funde aus archäologischen Ausgrabungen, die Einblicke in die Welt der Seeräuber bieten. „Wir zeigen, wie Piraten aussahen, wie sie kämpften und was sie gegessen haben“, sagt Kurator Klimscha. Unter anderem sollen Funde zu sehen sein, die bei Ausgrabungen in einer ostfriesischen Piratenfestung ans Licht kamen: Dort hausten einst die sagenumwobenen Vitalienbrüder, zu denen auch der legendäre Klaus Störtebeker gehört haben soll. Außerdem sind Funde vom Piratenschiff „Speaker“ zu sehen, das 1702 vor Mauritius sank – darunter Goldmünzen, Waffen und Uniformteile. Einige der hochkarätigen Leihgaben werden erstmals in Deutschland gezeigt.
Einen Wermutstropfen gibt es allerdings. Das Landesmuseum erhöht die Eintrittspreise teils drastisch: Ein Tagesticket kostet nicht mehr 5 Euro, sondern 10 Euro – allerdings gilt es dann auch für Sonderausstellungen. „Hintergrund sind gestiegene Energie-, Personal- und Betriebskosten sowie umfangreiche Investitionen“, sagt Museumssprecher Dennis von Wildenradt. Dafür halbiert sich der Eintrittspreis für Kinder und Jugendliche auf nur noch 2 Euro, und es gibt preiswerte Familientickets. Das Museum verspricht sich davon unterm Strich Mehreinnahmen von gut 10 Prozent. Und freitags bleibt der Eintritt in die Sammlungen von 14 Uhr an frei.