Street-Art ist Kunst im öffentlichen Raum, gemacht für Wände, Stromkästen, Mauern, Laternen oder unscheinbare Ecken. Sie will bleiben, doch genau das ist selten garantiert: Viele Werke werden überklebt, beschädigt, übermalt oder verschwinden, manchmal nach Tagen, manchmal nach wenigen Wochen. Bornscheuers Ansatz setzt hier an wie ein visuelles Gedächtnis: Seine Fotografien bewahren Motive, die sonst nur noch als Echo existieren würden. Die Ausstellung zeigt dabei nicht nur „große Namen“ und imposante Wandbilder, sondern legt einen besonderen Schwerpunkt auf kleine, oft übersehene Arbeiten, die sich in Linden wie versteckte Fundstücke verteilen.
Gerade diese Vielfalt macht den Reiz aus: Unterschiedliche Materialien, Techniken und Stilmittel treffen aufeinander. Mal sind es filigrane Aufkleber oder Stencils, mal Collagen, kleine Interventionen im Straßenbild oder detailreiche Miniaturen. Linden erscheint in dieser Sammlung als ein Stadtteil, der ständig im Gespräch mit sich selbst ist, voller Zeichen, Kommentare und visueller Experimente. Bornscheuer ordnet diese Fragmente neu, stellt Bezüge her und schafft aus dem flüchtigen Nebeneinander eine kuratierte Erzählung. So entsteht ein bunter, dicht gepackter Blick auf eine Szene, die sich laufend verändert.
Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 18. April im Freizeitheim Linden, Windheimstraße 4. Die Öffnungszeiten sind werktags von 9 bis 21.30 Uhr, am Wochenende von 10 bis 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.