Nicht zum ersten Mal baut die Stadt einen Freizeitparcours auf dem Raschplatz auf. Im vergangenen Jahr hatte sich der Raschplatz zudem in eine Public-Viewing-Arena verwandelt, in der Spiele der Fußball-EM gezeigt wurden. Im Winter 2023/24 errichtete die Stadt Weihnachtsbuden und eine Eislauffläche aus Kunststoff. Im Sommer 2023 konnten Jugendliche zum ersten Mal Fußball und Basketball auf dem Raschplatz spielen.
Während die neuen Pläne für den Raschplatz noch unter Verschluss sind, ist bereits klar, was auf dem benachbarten Andreas-Hermes-Platz passieren soll. Unter dem Motto „Sommerlounge“ veranstaltet die Stadt dort mit verschiedenen Partnern Lesungen, Tanzkurse, Kinovorführungen, Quizabende, Yogastunden und Tischtennisturniere.Auch baulich wird sich der Platz für ein paar Monate verändern. Eine Holzterrasse soll sich zwischen dem still gelegten Brunnen und dem Pavillon ausdehnen. Auf einer überdachten Bühne können Konzerte und andere Darbietungen stattfinden. „Das Kulturzentrum Pavillon plant unter dem Titel ‚Bühne der Utopien‘ eine regelmäßige Kulturveranstaltung, bei der sich Nachwuchskünstler aus verschiedenen Kunstbranchen präsentieren können“, schreibt die Stadt zum Programm. Sitzgelegenheiten und ein gastronomisches Angebot sollen zum Verweilen einladen.
In den vergangenen beiden Jahren sind die Angebote auf beiden Plätzen gut angenommen worden. Insbesondere für Jugendliche waren die Sportplätze mitten in der City ein Anziehungspunkt. Insofern ist der Plan der Stadt aufgegangen: Beide Problemplätze hinterm Bahnhof wurden attraktiver und zogen Menschen an, die zuvor die Areale mieden. Doch das hatte seinen Preis, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.
Für das Kultur- und Unterhaltungsprogramm auf dem Andreas-Hermes-Platz hat die Stadt ein Budget von 120.000 Euro eingeplant. Wie viel die Sport- und Eventaktionen auf dem Raschplatz kosten werden, ist noch nicht abzusehen. Allein für die Winteraktionen dort hatte die Stadt ein Budget von 777.500 Euro veranschlagt. Woher soll das Geld für die neuen Spaßaktionen angesichts einer angespannten Haushaltslage kommen, fragen sich Ratspolitiker.
Zudem lehrt die Erfahrung aus den vergangenen Jahren, dass die Drogen- und Trinkerszene bloß vom Raschplatz verdrängt wird – in Richtung Fernroder Straße, aber auch weiter in Richtung List, wie Anwohner berichteten. Eine nachhaltige Lösung sehe anders aus, meinten Hilfsorganisationen.