Sie habe sich Brönner schon lange als Gast der Veranstaltung gewünscht, sagte Vanessa Erstmann, die Vorsitzende des veranstaltenden Jazz-Clubs, bei der Vorstellung des Programms von Enercity Swinging Hannover. Über die zusätzlichen Kosten für den Auftritt breitet die Enercity-Vorstandsvorsitzende Aurélie Alemany den Mantel des Schweigens.
Sie betonte: „Es ist ein Geschenk.“ Enercity sehe sich Hannover und dem gesellschaftlichen Leben dort verpflichtet: „Es geht uns um Themen, die einen Mehrwert für die Stadt und die Gesellschaft bieten.“ Bekanntgegeben wurde auch, dass Enercity sein Sponsoring der Veranstaltung um drei weitere Jahre verlängert. Möglich sei die eintrittsfreie Veranstaltung, die erneut von der Neuen Presse als Medienpartner präsentiert wird, nur durch dieses Engagement, betonte Erstmann – und „durch die vielen hundert ehrenamtlichen Stunden Arbeit des Jazz-Club-Teams“.
Tradition und Moderne verbinden sich beim diesjährigen Programm. Weiterer Hauptact neben Brönner ist die brasilianische Band Da Cruz, die politische Botschaften mit unbedingter Tanzbarkeit, Funk, Afrobeat und Hip-Hop verbindet. Sie startet zum Abschluss des Tages im Zeitfenster von 16.30 bis 18 Uhr.
Ebenfalls sehr tanzbar wird es bei der US-Funk-Band Lettuce aus Boston, die ab 14.45 Uhr spielen wird. Ihre Mitglieder sehen sich in der Tradition von Musikern wie Herbie Hancock und Tower of Power. Traditionell ist der Auftritt des Gospelchors Hannover um 12 Uhr, bevor es erst zu Grußworten und dann zum Auftritt Brönners kommt.
Los geht es wie in den Vorjahren mit Swing, aber mit einer ganz besonderen Band. Hannoversche Musiker um den Saxofonisten Lothar Krist haben sich mit Kollegen aus Kansas City zur Kansas City Connection zusammengetan. Beide Städte sind Unesco City of Music (UCoM). Das Konzert steht im Kontext des zehnjährigen UCoM-Jubiläums, das in diesem Jahr begangen wird.„2025 ist ein ganz besonderes Kulturjahr“ betonte Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne). Enercity Swinging Hannover sei ein wichtiger Bestandteil der Unesco City of Music und auch der neuen „Kulturstadt“-Marke. „Hier wird Jazzmusik in ganz unterschiedlichen Facetten und sehr international zelebriert.“
Und das nach einem Jahr Pause und Bedenkzeit auch wieder am Vorabend: 2025 kehrt die traditionelle Jazz-Night zurück (früher bekannt als Jazzbandball und im Hannover Congress Centrum angesiedelt), wenn auch in leicht verändertem, modernisiertem Gewand. Neuer Schauplatz ist das Schauspielhaus, und es spielen nicht mehr alle beteiligten Künstler der Hauptveranstaltung. Lettuce tritt dort am 28. Mai ab 19.30 Uhr auf, und im Anschluss soll vor allem gefeiert werden. Der stadtbekannte Disjockey Ferry Ultra legt bis in die Morgenstunden im Foyer Musik zum Tanzen auf. Karten dafür kosten 35 Euro.
Sie habe, sagte Schauspielintendantin Sonja Anders bei der Programmvorstellung, lange darüber nachgedacht, was das Theater und der Jazz gemeinsam hätten. Es sei vor allem die Verbindung von Menschen. „Das ist“, so Anders, „sehr wichtig in einer Zeit, in der Verbindungen eher gekappt werden.“