Erst ausgezeichnet, dann gekündigt Nordstadtbraut muss ausziehen – Hoffnung liegt auf ehemaligem Labor
Da war die Welt noch in Ordnung: Die Nordstadtbraut gewinnt im November 2024 den mit 30.000 Euro dotierten Applaus Award für die Beste Livemusikspielstätte. Doch drei Monate später erfolgte die Kündigung. Foto: Ilona HottmannHannover. Es ist noch gar nicht lange her, da hat Renate Marek stolz den Applaus Award für eine der besten Livemusikspielstätten in ganz Deutschland bekommen. Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) hatte Marek und ihrer „Nordstadtbraut“ diesen Preis in Rostock verliehen. 30.000 Euro war die Auszeichnung wert. Das befreite Marek von vielen Sorgen: „Zum ersten Mal in meinem Leben muss ich nicht über die Miete nachdenken“, sagte sie noch im November letzten Jahres. Auf 50 Quadratmetern hat sich Marek eine Existenz aufgebaut. Und in ihrer Musik-Kneipe –mit mehr als 120 Konzerten im Jahr – läuft alles so, wie es ihr gefällt. Doch kaum drei Monate später ist alles anders. Denn: Die „Nordstadtbraut“ muss raus. Raus aus ihrem Heim am Engelbosteler Damm 87.„Am 22. Februar wurde mir die Kündigung für den Laden übergeben. Ohne Angabe von Gründen, ein kurzer Satz. In sechs Monaten muss ich raus“, verkündet Marek auf ihren Social Media-Kanälen bei Facebook und Instagram. Und in ihren Posts schwingt Bitterkeit mit. „In mir herrscht ein Schneesturm und eine Lawine droht mich zu verschütten“, sinniert sie traurig. „Ich wollte nie länger als die Kündigungsfrist planen“, sagt sie. Jetzt hat die 43-Jährige sechs Monate Zeit, eine neue Heimat für ihre Musikkneipe zu finden. Doch Renate Marek wäre nicht die Nordstadtbraut, wenn sie nicht auch einen Silberstreifen am Horizont sähe. Das Labor, der Raum unter der alten Mensa, stehe schon lang auf ihrem Wunschzettel sagt sie. „Mein Glück lag in keiner Uni und auch in keiner Studierendenkneipe, aber es liegt hoffentlich jetzt ein bisschen in der Hand der Uni“, gibt sie sich hoffnungsvoll. Denn: Am Schneiderberg blühen schon Blumen, die an der Strangriede nie gepflanzt wurden. cleWer Hinweise auf mögliche Räumlichkeiten in der Nordstadt hat, in denen auch Livemusik gespielt werden kann, kann sich gerne unter clemens.niehaus@ wochenblaetter.de melden.