Knapp 120 Beschäftigte arbeiten seinen Angaben zufolge in dem Möbelhaus, 16 von ihnen gehören zum Personal der ersten Stunde. Aktuell lernen neun Auszubildende ihren Beruf in Altwarmbüchen. Kaufleute im Einzelhandel gehören ebenso dazu wie Fachkräfte für Systemgastronomie und IT-Fachleute, wie Sprecher Mario Koslowski ergänzt. Beide sehen die Investition in den Nachwuchs und langfristig engagierte Beschäftigte als einen wesentlichen Baustein, um sich am umkämpften Markt behaupten zu können.
Denn seit Jahren steht die Möbelbranche samt Einzelhandel unter Druck. Zum einen, sagt Brandt, reagierten die Verbraucherinnen und Verbraucher mit Kaufzurückhaltung auf die wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Insbesondere in der Region Hannover nehme er in Gesprächen wahr, wie sehr die VW-Krise die Menschen belaste. „Manch einer wartet jetzt erst einmal mit Käufen ab, wie sich die Situation entwickelt“, hat er beobachtet.
Zum anderen konzentriert sich der Markt seit Jahren zunehmend auf immer weniger Anbieter. So hat die österreichische Kette XXXLutz vor zwei Jahren das inhabergeführte Hesse-Möbelhaus in Garbsen gekauft und im Januar 2025 die Übernahme der Porta-Gruppe mit bundesweit 140 Häusern samt Möbel Boss, Asko und Möbel Letz angekündigt. Diese Übernahme stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der europäischen Wettbewerbsbehörde, teilt ein XXXLutz-Sprecher auf Anfrage mit. Weil die Genehmigung noch ausstehe, gebe es auch keine neuen Details über das weitere Verfahren. Schon jetzt gilt das 1945 in Österreich gegründete Unternehmen als Branchenriese in Europa, liegt in Deutschland auf Platz zwei hinter Ikea.
Zur Höffner-Gruppe mit bundesweit 25 Möbelhäusern gehören laut Brandt noch Möbel Kraft und Sconto. Gut 15 Jahre lagen zwischen den ersten Ideen zur Jahrtausendwende, Grundstückskauf und Eröffnung – inklusive ungezählter Sitzungen von Firmengründer Kurt Krieger und den Behörden in Isernhagen, der Stadt und der Region Hannover. Krieger investierte seinerzeit etwa 150 Millionen Euro in den Höffner-Standort und das benachbarte A2-Center, das fast zeitgleich entstand. Gleich mehrere Planungen hätten mehrfach geändert werden müssen, wie Isernhagens Wirtschaftsförderer Michael Frerking im Rückblick sagt.
Heute fungiere Höffner mit Unternehmen wie Toyota und Michelmann als Eingangstor der Gemeinde Isernhagen, ergänzt Bürgermeister Tim Mithöfer (CDU). Bei den Verkaufsflächen der Möbelhäuser hingegen sortiert sich Höffner mit 38.000 Quadratmetern im Mittelfeld ein: XXXLutz in Garbsen kommt auf 50.000, Staude in Hainholz auf 40.000 und Porta in Altwarmbüchen auf 35.000 Quadratmeter.
„Die Region ist geprägt von großen Häusern mit extrem großen Verkaufsflächen – und das seit Jahren“, sagt Karin Schindler-Abbes vom Handelsverband Hannover. Allerdings reduziere sich der Wettbewerb wegen der wachsenden Konzentration durch die Übernahme von inhabergeführten Geschäften.
Höffner-Hausleiter Brandt ist überzeugt, dass sich Höffner behaupten wird – nicht nur in den nächsten zehn Jahren: „Unser Unternehmen ist auf Langfristigkeit ausgerichtet.“