Ein natürlicherSchutz gegen Mücken
Lavendel, Studentenblume, Zitronenmelisse:
Sie helfen gegen die lästigen Tiere. Damit sind sie perfekt für Sommerabende im Garten oder auf dem Balkon – und obendrein hübsch anzusehen.

Natürlicher Schutz gegen Mücken: Gegen viele Pflanzen – zum BeispielLavendel – habenvor allem Mücken, Fliegen undKleidermotteneineAbneigung.Foto: IMAGO/Zoonar.com/Alex Veresovich

Essen im Freien, ein Tag am hauseigenen Pool, ein gutes Buch auf dem Balkon oder ein kleiner Feierabend-Drink mit Freunden: Im Sommer gibt es viele Anlässe, die Zeit draußen an der frischen Luft zu genießen.

Aber beinahe überall gibt es viele Mücken, die eine unbeschwerte Zeit im Freien trüben können. „Es gibt viel Unwissen und Falschinformationen, wenn es um das Thema Mücken geht“, sagt Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), die zusammen mit dem Friedrich-Loeffler-Institut das Projekt „Mückenatlas“ leitet. Die größte Gefahr gehe zum Beispiel gar nicht von den eingeschleppten Arten aus, so die Expertin. Als zentraler Überträger für Krankheitserreger, wie das West-Nil-Virus, gilt hingegen ein selbstverständlicher Begleiter vieler Sommerabende im Freien: die Gemeine Hausmücke

Mit Räucherstäbchen und -spiralen oder Citronella-Kerzen versuchen wir, die Insekten von uns fernzuhalten. Doch wussten Sie, dass viele Pflanzen natürliche Abwehrstoffe gegen Mücken verströmen? Es gibt eine ganze Reihe davon, die sich auch wunderbar im Terrassenbeet, Pflanzkübel oder Balkonkasten machen. Das, was die Mücken abhält, ist im Wesentlichen der Duft der Pflanze, der von ätherischen Pflanzenstoffen ausgeht. Daher finden wir viele Kräuter und intensiv duftende Pflanzen als Mückenschreck. Dazu gehören etwa Minze, Lavendel oder Eukalyptus.

Zur Wahrheit gehört auch, dass reine ätherische Öle eine noch stärkere Abwehrkraft haben als die Pflanzen selbst. Wer allerdings einen natürlichen und dekorativen Mückenschutz sucht, kann aus einer Vielzahl von Pflanzen wählen. Zudem lassen sich häufig aus Blüten oder Blättern weitere, noch wirksamere Abwehrmittel gegen Mücken und andere unerwünschte Insekten selbst herstellen.

Pflanzen oder Pflanzenstoffe werden schon seit Generationen als Schutz gegen Insekten eingesetzt. In vielen Präparaten wird inzwischen statt auf Chemie wieder mehr auf natürliche Komponenten gesetzt. In einer Auswertung der „London School of Hygiene And Tropical Medicine“ aus dem Jahr 2011 wurden mehrere Pflanzenarten auf ihre natürliche Abwehrfunktion gegenüber Mücken untersucht. Die höchste Wirksamkeit wird demnach durch ätherische Öle oder das Erhitzen beziehungsweise das Verbrennen der Blätter erzielt. Das reine Aufstellen einer Pflanze im Topf liegt im Vergleich dazu meist bei 25 bis 40 Prozent.

Keine Pflanze oder Pflanzenkombination kann einen komplett mückenfreien Garten garantieren. Vor allem, solange es offene Wasserstellen gibt, beispielsweise eine nicht abgedeckte Regentonne.

Aber mit einer guten Planung und einem mehrstufigen Konzept kann die Anzahl der Mücken in einem Bereich um einiges reduziert werden. Setzen Sie daher auf einen Dreiklang aus Hintergrundbepflanzung, Barrierepflanzen und aktiver Pflanzennutzung.

So eignet sich am Rand der Terrasse oder an Balkonkästen eine Mischung aus Thymian, Zitronenmelisse und Duftgeranien. Letztere werden heutzutage häufig so gezüchtet, dass sie bei Wind und Sonne direkt Zitrusdüfte abgeben – ideal für Kästen direkt am Sitzplatz. Diese werden als eine Barriere direkt zu Ihrem Sitzplatz aufgebaut. Auch Tomatenpflanzen eignen sich und werden auch gerne auf die Fensterbank vor dem Schlafzimmer aufgestellt.

Rundherum eignen sich besonders Zitroneneukalyptus und Zitronengras, da sie schon bei leichter Brise oder Sonneneinstrahlung intensiv riechen. Durch die etwas größere Entfernung ist der Geruch aber weniger penetrant. Katzenminze und Lavendel können großflächig in Kübeln gepflanzt werden.

Bei Berührung verströmen die meisten hier vorgestellten Pflanzen einen stärkeren Duft. Wenn also mehr Mücken unterwegs sein sollten, können sie gelegentlich die Blätter von Basilikum, Zitronenmelisse oder Pfefferminze zwischen den Fingern reiben, die in einem Topf direkt auf dem Tisch stehen. Der Duft und die Wirkung verfliegen nach einiger Zeit wieder.

Doppelter Nutzen: Pflanzen Sie Kräuter, die Sie ohnehin optisch oder zum Kochen mögen und legen diese zu Mückenzeiten zerdrückt in eine Schale.

Wenn man die Ergebnisse mehrerer ethnobotanischer Studien zusammenführt, lässt sich eine klare Rangliste der effektivsten Pflanzen erstellen. Dabei ist der Unterschied zwischen aktivem und passivem Schutz wichtig, der häufig vergessen wird.

Aktiver Schutz bezieht sich auf den Extrakt der ätherischen Öle, die in den Pflanzen enthalten sind – passiver Schutz bezieht sich hingegen darauf, wenn lebende Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon gepflanzt werden. Dadurch ergibt sich auch eine geänderte Rangliste.

Top 5 für den passiven Mückenschutz: Katzenminze, Duftgeranien, Tomatenpflanzen, Zitronenmelisse und Zitroneneukalyptus, Studentenblume (Tagetes).Top 5 für den aktiven Mückenschutz: Zitroneneukalyptus, Gewürznelke, Katzenminze, Zitronengras (oder Zitronell-Öl), Kurkuma.

Verlierer im Vergleich aktivem zu passivem Schutz sind übrigens Rosmarin und normaler Eukalyptus. Sie halten ihre Öle zu fest in den Nadeln und Blättern verschlossen. Ohne ein Reiben oder Zerdrücken geben diese beiden Pflanzen kaum Duftstoffe ab.

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