Bei Regen verteilt sich Wasser automatisch auf Rasen und Beeten. Zu trockenen Zeiten muss man nachhelfen. Dabei macht es durchaus einen Unterschied, wie man wässert und womit. Besonders während einer Trockenperiode macht es Sinn, genauer hinzuschauen.
Die Gießkanne ist wohl der Klassiker der Bewässerung. Verwenden sollte man jedoch in jedem Fall einen Brauseaufsatz, der den sonst recht wuchtigen Wasserstrahl bricht – vergleichbar mit einer Dusche. Das ist für die Pflanzen angenehmer, und die Wassermenge wird besser auf die Fläche verteilt, was ein sparsameres Gießen ermöglicht.
Rasensprenger – auch Wassersprenger, Regner oder Sprinkler genannt – allein sind schon eine Wissenschaft für sich. Im Großen und Ganzen unterscheidet man vier Kategorien: Vierecksprenger, Kreissprenger (Halbkreissprenger, Viertelkreissprenger und die spezielle Form des Impulsregners), fest installierte Versenksprenger sowie meist in den Boden zu steckende Sprühregner.
Bei der Wahl des Rasensprengers sollte man immer seinen Garten und die individuellen Bedürfnisse vor Augen haben. Denn Wasser sparen kann man vor allem, wenn man Rasenflächen gleichmäßig beregnet, ohne Rasenstücke mehrfach zu wässern oder Haus- und Hofflächen mitzuwässern. Achten Sie beim Kauf auf die Bauart des Rasensprengers, die maximale Bewässerungsfläche und die Reichweite. Letztere sollte immer einstellbar sein, um optimal wässern zu können. Zusätzliche Vorteile bietet es, wenn auch eine einseitige Beregnung möglich ist.
Viele Hersteller geben einen direkten Wasserverbrauch der Produkte nicht an und arbeiten teils mit eigenen Punktesystemen, sodass ein Vergleich erschwert wird. In der Regel ist man mit einem Verbrauch von 600 bis 800 Litern pro Stunde dabei, auch 1000 oder 2000 Liter sind möglich. Grundsätzlich raten Experten: Für große Rasenflächen nutzt man am besten Rechteck- oder Schwenkregner, für unregelmäßige Rasenflächen Kreis- und Segmentregner, und etwas abgelegene (Teil-)Grundstücke bewässert man wirksamer manuell mit einer Brause.
Um hier Wasser zu sparen, kann der Kauf eines Wassermengenregulierers oder Wasserdrucksenkers sinnvoll sein. Diese regulieren die Menge des Wasserdurchflusses beziehungsweise des Wasserdrucks und können zum Beispiel an Wasserhahn, Schlauchverbinder, Regner, Brause oder an eine Pumpe angeschlossen werden. Bei manchen Rasensprengern sind sie bereits inklusive.
Gartenschlauch ist allerdings nicht gleich Gartenschlauch. Die Geräte unterscheiden sich in der Beschaffenheit, Lebensdauer und Nutzerfreundlichkeit, aber auch in der Effizienz. Wer Wasser sparen möchte, setzt auf einen Schlauch, der einen möglichst niedrigen Wasserdruck ermöglicht. Meist wird der Verbrauch in Litern pro Meter und Stunde angegeben. Beispielrechnung: Liegt der Verbrauch bei fünf Litern und der Schlauch ist 15 Meter lang, bedeutet dies einen Wasserverbrauch von 75 Litern pro Stunde. Wenn Sie einen Schlauch direkt zur Wässerung verwenden wollen, sollte auch dieser über einen Brauseaufsatz verfügen. Durch eine Düse mit Pistolengriff lässt sich die Wassermenge besser steuern – und auch zwischenzeitlich stoppen, wenn Gärtnerinnen und Gärtner die Terrasse überqueren müssen oder das Telefon klingelt.
Neben dem klassischen Gartenschlauch, der nur dazu gedacht ist, Wassermengen von A nach B zu transportieren, gibt es noch weitere Schlauchsysteme, die ein eigenes Bewässerungssystem innehaben. Der Sprühschlauch funktioniert durch Vernebelung und ist eine effektive Möglichkeit, Wasser zu sparen. Es handelt sich um einen flachen Gartenschlauch, der Wasser über viele kleine Öffnungen fein zerstäubt herausdrückt. Besonders geeignet ist diese Art für schwer zugängliche Flächen, Rasenflächen, niedrige Bepflanzung und Steingärten. Diese Bewässerungsmethode funktioniert in etwa so, wie bei einer Gartenrutsche: Hier verfügen die erhöhten Ränder ebenfalls über Löcher, die die Rutschbahn befeuchten.
Perl- oder Tropfschläuche sind grundsätzlich am sparsamsten. Das Prinzip ist ähnlich zum Sprühschlauch. Wie der Name schon vermuten lässt, wird das Wasser beim Tropfschlauch, auch unter dem Namen Micro-Drip-System bekannt, schlauchnah abgegeben. Tropfschläuche können individuell nach Größe von Beeten oder Blumenkästen angelegt werden und sind fest verbaut. Die Technik kann entweder oberirdisch oder unterirdisch verlegt werden und basiert auf Erfahrungen aus Ländern mit Wasserknappheit. Wasser wird hierbei tröpfchenweise an die Pflanzen abgegeben. Die unterirdische Verlegung hat den Vorteil, dass sie nicht nur optisch unauffälliger ist, zudem gerät das Wasser unmittelbar in den Wurzelbereich der Pflanzen. Jedoch bedarf es eines höheren Aufwands, das System zu verlegen und zu warten.
Der grundsätzliche Unterschied zwischen Perl- und Tropfschlauch: Mit einem Perlschlauch wird entlang des Schlauches eine Reihe von Pflanzen versorgt. Der Tropfschlauch wässert mit einer Düse am Schlauchende punktuell und kann bei der Abgabe mit einem tropfenden Wasserhahn verglichen werden. Somit wird der Perlschlauch gerne im Gemüsegarten eingesetzt, wo er reihenweise Pflanzen versorgen muss, der Tropfschlauch hingegen erreicht besser einzelne Sträucher oder Pflanzen im Garten und kann individuell auf den Wasserbedarf der jeweiligen Pflanze angepasst werden.
Angeschlossen werden beide Systeme an einen Zuleitungsschlauch, der über einen Wasserhahn, eine Regentonne oder auch eine Zisterne gespeist wird. Kombiniert man das System mit einer Zeitschaltuhr und einer elektrischen Gartenpumpe, kann es auch automatisiert werden. Gerade bei automatischen Bewässerungssystemen empfiehlt es sich, zusätzlich einen Feuchtefühler einzubauen. Dadurch wird nur gewässert, wenn es nötig ist – und nicht strikt nach Zeitschaltuhr.
Für ein vollständiges Bewässerungssystem inklusive Bewässerungscomputer, Regnern, Feuchtesensor ist allein für Materialkosten mit 400 bis 950 Euro zu rechnen. Das System muss dabei selbst verlegt werden. Wer es durch einen Fachbetrieb verlegen lässt, liegt kostenmäßig beim Drei- bis Vierfachen. Einzelne Geräte zum Nachrüsten gibt es bereits günstiger. So liegen die von Stiftung Warentest im April untersuchten Bewässerungscomputer zwischen 20 Euro für einfache Einsteigermodelle und 210 Euro für W-LAN-fähige Alleskönner.
Eines gilt auf jeden Fall für alle Bewässerungsmethoden: An heißen Tagen tagsüber zu wässern, ist Verschwendung. Vor allem bei starker Sonneneinstrahlung verdunstet das Wasser viel zu schnell und gelangt nicht an die Wurzeln der Pflanzen. Am besten sollte man den Garten vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang wässern, aber zumindest die Dämmerung nutzen.
Allgemein gilt: Auch bei trockenem Wetter muss nicht täglich beregnet werden. Die Heinrich-Böll-Stiftung empfiehlt, lieber einmal oder zweimal pro Woche satt zu wässern als jeden Tag nur ein bisschen. Denn je tiefer das Wasser versickert, desto länger hält es sich. Besonders Blumenkästen und -töpfe dürfen jedoch nicht überwässert werden und sollten nach dem Bewässern nicht tropfen, das schwächt die Pflanze.