Die Schau zeigt ausgewählte Arbeiten, die im vergangenen Jahr anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Diakonischen Gesellschaft Wohnen und Beraten entstanden sind. Jasmin Hinze und Michael Bahn hatten das Projekt für die Einrichtung entwickelt. Grundlage war eine frühere Ausstellung zum Jubiläum eines Tagestreffs. Die positive Resonanz von Beteiligten und Besuchern führte dazu, das Konzept weiter auszubauen und an verschiedenen Orten zu zeigen.
Im Mittelpunkt stehen Hände, die als Spuren gelebter Erfahrungen verstanden werden können. „Oft erzählen Hände die beeindruckendsten Geschichten, die man oft nicht – so wie in unserem Fall – auf den ersten Blick mit Wohnungslosigkeit in Verbindung bringt“, sagt Jasmin Hinze. Jedes Händepaar steht für eine einzelne Biografie. Plaketten erläutern Stationen, Brüche, Fähigkeiten und Hoffnungen der dargestellten Menschen. Ergänzt werden die Exponate durch künstlerisch gestaltete Accessoires, die einzelne Lebenswege zusätzlich verdichten.
Über QR-Codes kommen die Menschen hinter den Abdrücken selbst zu Wort. Auf diese Weise verbindet die Ausstellung sichtbare Objekte mit persönlichen Stimmen. Sie will nicht nur informieren, sondern auch Wahrnehmungen verändern. Hinze beschreibt das Ziel als Versuch, Menschen stärker sichtbar zu machen, die im Alltag häufig übersehen werden.
Die Ausstellung lädt dazu ein, sich ohne festgelegten Rundgang mit Wohnungslosigkeit und ihren Folgen zu beschäftigen – und macht deutlich, dass hinter jedem Abdruck ein Mensch mit eigener Geschichte steht.