Initiiert wurde das Angebot vom Historischen Museum Hannover. Während der Schließzeit sollte ein digitales Format entstehen, das Geschichte nicht nur im Museum, sondern direkt im Stadtraum erfahrbar macht. Beteiligt sind außerdem das ZeitZentrum Zivilcourage, das Stadtarchiv und die Stabsstelle Kunst im öffentlichen Raum. Weitere Inhalte sollen im Laufe des Jahres folgen. Kooperationspartnerin ist die Hannover Marketing und Tourismus Gesellschaft.
Zum Start stehen vier Touren bereit: ein Altstadt-Rundgang mit sieben Stationen, „Hannovers verschwundene Geschichten – entlang der Leine“, „Alles Neu! Hannover 1965 – 1975“ sowie der Audiospaziergang „Maschsee – Geschichte weiterdenken“. Anfang Juli soll auch der „Rote Faden“ in der App erscheinen. Dann können alle 36 Stationen des bekannten Rundgangs mit „hanno.guide“ abgelaufen werden.
Das Projekt ist zugleich als Angebot für andere Kommunen und Kultureinrichtungen angelegt. Die entwickelte Software wird als Open Source auf der Plattform opencode.de bereitgestellt. Nicht-kommerzielle Anbieter im Kulturbereich können den Quellcode nutzen und weiterentwickeln. „Wir haben hier eine unabhängige digitale Infrastruktur für nicht-kommerzielle Anbieter*innen im Kulturbereich entwickelt“, sagt Kultur-Fachbereichsleiterin Inga Samii.
Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen mit 325.000 Euro aus dem Smart-City-Budget. Es ist Teil der vom Rat beschlossenen Smart-City-Strategie „RESTART: #HANnovativ“.
Geplant sind weitere Touren, unter anderem zu Mediengeschichte, Kino- und Clubkultur, queerer Geschichte, Literatur, postkolonialen Orten und Straßenkunst für Kinder. Auch inklusive Angebote sollen ausgebaut werden. Bereits jetzt ist die App für Menschen mit Sehbehinderungen optimiert; beim Start kann eine barrierefreie Routenführung ausgewählt werden. Später sollen unter anderem Inhalte in Deutscher Gebärdensprache und Leichter Sprache, 3D-Modelle sowie interaktive Rätseltouren hinzukommen.hanno-guide.de