Hannover bleibt Fairtrade-Stadt
Die Landeshauptstadt trägt erneut den Titel „Fairtrade-Town“. Ausgezeichnet wurden außerdem engagierte Schulen und Kitas

Ausgezeichnete Schulen und ein erneuter Titel als "Fairtrade-Stadt": Anja Ritschel (ganz links im Bild) nahm die Urkunde von Dieter Overath, dem früheren Geschäftsführer von Fairtrade Deutschland, entgegen.Foto: Landeshauptstadt Hannover
Hannover. Kaffee, Schokolade oder Kleidung: Für viele Menschen spielt längst nicht mehr nur der Preis eine Rolle, sondern auch die Frage, unter welchen Bedingungen Produkte hergestellt werden. Hannover setzt sich seit Jahren dafür ein, fairen Handel sichtbarer zu machen – und wurde dafür nun erneut ausgezeichnet. Die Landeshauptstadt darf für weitere zwei Jahre den Titel „Fairtrade-Town“ tragen.

Die Urkunde überreichte kürzlich im Neuen Rathaus Dieter Overath, ehemaliger Geschäftsführer von Fairtrade Deutschland e.V., an Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel sowie an Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Schulen. Hannover gehöre bundesweit zu den Städten, die sich früh für fairen Handel engagiert hätten, betonte Overath. Bereits vor 14 Jahren habe er die erste Titelverleihung persönlich begleitet. Seitdem seien die Aktivitäten in der Stadt kontinuierlich gewachsen.

Auch Anja Ritschel erinnerte daran, dass Hannover sich schon lange vor der ersten offiziellen Auszeichnung mit dem Thema beschäftigt habe. Bereits vor 20 Jahren seien Projekte im Sinne des Fairtrade-Gedankens gestartet worden. Dazu gehörten unter anderem die „Faire Woche“ oder ein Ratsbeschluss aus dem Jahr 2005, mit dem die Stadt auf Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit verzichtet. Ziel sei es, bessere Arbeitsbedingungen für Produzentinnen und Produzenten im Globalen Süden zu unterstützen und einen Beitrag zu mehr globaler Gerechtigkeit zu leisten.

Ein besonderer Moment der Veranstaltung war die Auszeichnung der AWO-Kita Sylter Weg als zweite „FaireKITA“ Hannovers. Kinder des inklusiven Kinderladens Villa Kunterbunt, der bereits 2024 als erste „FaireKITA“ ausgezeichnet worden war, übergaben symbolisch das Türschild an die neue Fairtrade-Kita. Damit zeigen die Einrichtungen, dass sie sich bereits früh mit Themen wie gerechtem Handel, nachhaltigem Konsum und globaler Verantwortung beschäftigen.

Auch mehrere Schulen wurden erneut für ihr Engagement ausgezeichnet. Die IGS Südstadt, die Dietrich-Bonhoeffer-Realschule und die Wilhelm-Schade-Schule erhielten die Wiederauszeichnung als „Fairtrade-School“. Besonders hervorgehoben wurden dabei die Dietrich-Bonhoeffer-Realschule und die Wilhelm-Schade-Schule, die den Titel bereits seit zehn Jahren tragen. Zudem wurden das Birkenhof-Bildungszentrum, die Berufsbildende Schule 2 und die Leonore-Goldschmidt-Schule geehrt, die ihre Auszeichnung bereits im vergangenen Jahr erhalten hatten.

Der faire Handel gewinnt nach Einschätzung der Stadt weiterhin an Bedeutung. Immer mehr Menschen achteten darauf, dass Produkte nicht nur umweltfreundlich, sondern auch unter sozial gerechten Bedingungen hergestellt werden. Fairtrade steht dabei unter anderem für den Verzicht auf ausbeuterische Kinderarbeit, faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Die Aktivitäten rund um das Thema sind in Hannover inzwischen vielfältig. Neben der jährlich stattfindenden „Fairen Woche“ gibt es Bildungsangebote wie den „Fairness Check“, konsumkritische Stadtführungen, Geocaching-Touren, Rallyes oder Krimidinner-Spiele rund um nachhaltigen Konsum und globale Zusammenhänge. Bereits 2010 gehörte Hannover zu den ersten Städten in Deutschland, die als „Fairtrade-Town“ ausgezeichnet wurden. Inzwischen umfasst das Netzwerk allein bundesweit mehr als 820 Städte und Gemeinden. Weltweit beteiligen sich über 2000 Fairtrade-Towns in 36 Ländern an der Kampagne. REDWeitere Informationen zur Fairtrade-Towns Kampagne
sind unter fairtrade-towns.de
zu finden.
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