Linden-Süd feiert Nachbarschaft
Beim Europäischen Nachbarschaftstag steht am 29. Mai das Miteinander im Mittelpunkt

Mit Trommeln und Gemeinschaftssinn: Familienfest auf dem Franzplatz.Foto: hanova / Tech
Hannover. Mit Grillfesten, Straßenaktionen, Gesprächen und Familienprogrammen beteiligt sich Linden-Süd am Freitag, 29. Mai, am Europäischen Nachbarschaftstag. Bereits zum 20. Mal wird der Aktionstag in Hannover gefeiert. Im Stadtteil sind zwischen 14 und 22 Uhr insgesamt sieben Veranstaltungen geplant, die Begegnung und Austausch fördern sollen.

Der Europäische Nachbarschaftstag wurde 1999 in Paris ins Leben gerufen und wird inzwischen europaweit gefeiert. Ziel ist es, Menschen im direkten Wohnumfeld miteinander ins Gespräch zu bringen und den Zusammenhalt in den Stadtteilen zu stärken. In Hannover hat sich der Aktionstag inzwischen fest etabliert. Schirmherr der diesjährigen Ausgabe ist Oberbürgermeister Belit Onay.

Die Organisatoren in Linden-Süd sehen gerade in gesellschaftlich angespannten Zeiten eine besondere Bedeutung in funktionierenden Nachbarschaften. Der Aktionstag mache sichtbar, wie vielfältig und offen der Stadtteil sei, heißt es von den beteiligten Initiativen und Einrichtungen.

Im Mittelpunkt stehen bewusst niedrigschwellige Angebote. Statt großer Bühnen oder zentraler Veranstaltungen verteilen sich die Aktionen über den gesamten Stadtteil. Nachbarn sollen spontan zusammenkommen, neue Kontakte knüpfen und bekannte Orte im Viertel neu entdecken können. Zu den größten Veranstaltungen zählt das Familienfest auf dem Franzplatz. Dort organisieren mehrere Einrichtungen und Nutzergruppen des Treffpunktes Allerweg gemeinsam ein buntes Programm mit Musik, Mitmachaktionen und kulinarischen Angeboten. Beteiligt sind unter anderem das Familienzentrum St. Godehard und St. Vinzenz, Donum Vitae, das Kulturbüro Linden-Süd sowie verschiedene Bildungs- und Nachbarschaftsinitiativen. Geplant sind Kinderschminken, Wasser-Experimente, ein Europaquiz und eine Bowlingmeisterschaft. Außerdem treten Musiker und Trommelgruppen auf. Das Fest läuft von 15 bis 17 Uhr.

Bereits ab 14 Uhr beginnt ein Grillfest im Nachbarschaftsgarten an der Behnsenstraße. Besucher sollen dort nicht nur gemeinsam essen, sondern auch den Gemeinschaftsgarten kennenlernen und sich über Möglichkeiten zum Mitgärtnern informieren. Die Veranstalter bitten darum, eigenes Grillgut oder Salate mitzubringen.

Zeitgleich lädt die Egestorffschule zu einem Schulfest mit Spielangeboten, Vorführungen sowie Speisen und Getränken ein. Auch dort steht das gemeinsame Feiern im Vordergrund.

Einen anderen Ansatz verfolgt die Aktion „(Stadt-)Karte auf den Tisch: Nachbar*innen im Gespräch“ im „Normal in Linden“ an der Charlottenstraße. Bei Kaffee und Kuchen sollen Bewohner anhand einer großen Stadtteilkarte über ihre Wege, Lieblingsorte und Probleme im Viertel ins Gespräch kommen. Themen wie Barrierefreiheit oder fehlende Treffpunkte sollen dabei ebenfalls diskutiert werden.

An der Ecke Charlottenstraße/Wesselstraße organisieren Nachbarinnen unter dem Titel „Viva Charlotte!“ ein kleines Straßenfest mit Kuchen, Getränken und Quizaktionen. Ebenfalls auf Begegnung setzt das Grillfest am Nachbarschaftskiosk am Sporlederweg, bei dem zusätzlich eine Pflanzentauschbörse geplant ist.

Zum ersten Mal beteiligt sich außerdem die Hanomagstraße am Europäischen Nachbarschaftstag. Unter freiem Himmel sollen dort Tische und Stühle auf den Gehweg gestellt werden. Geplant sind Gespräche, Spiele und gemeinsame Aktivitäten für Anwohner. Hintergrund ist nach Angaben der Organisatoren die starke Veränderung des Viertels in den vergangenen Jahren. Viele Menschen seien neu hinzugezogen, weshalb neue Kontakte und Vernetzung wichtiger würden. RED
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