Laut Kerstin Bernath, Personalchefin im Fachbereich Sport, Bäder und Eventmanagement der Stadt, sind aktuell rund zehn Rettungsschwimmerstellen unbesetzt. Das liege auch am Fachkräftemangel. In diesem Jahr ist es endlich wieder gelungen, acht Auszubildende zum Fachangestellten für Bäderbetriebe einzustellen. Zuvor blieben Stellen regelmäßig unbesetzt. Schon jetzt stopfen Rettungsschwimmer Lücken, um den Betrieb der Bäder sicherzustellen.
Der Job bringt den großen Vorteil mit sich, dass für sportliche Menschen der Einstieg auch noch sehr kurzfristig möglich ist. Voraussetzung sind ein DLRG-Silberabzeichen sowie der Nachweis eines abgelegten Erste-Hilfe-Kurses, jeweils nicht älter als zwei Jahre. Gute Schwimmer können das DLRG-Silberabzeichen allerdings an einem Wochenende erwerben. Einen Kurs bietet die Stadt zum Beispiel am kommenden Wochenende (25./26. April) an. Die Qualifikationen können aber auch noch während der laufenden Freibadsaison erworben werden, die Mitte Mai beginnt.
„Wir können auch noch im Laufe des Sommers einstellen“, berichtet Bernath. Benötigt würden zusätzliche Kräfte am Beckenrand vor allem an heißen Wochenenden sowie in den Sommerferien. Möglich sei eine Anstellung in den Sommermonaten auf Vollzeitbasis. „Wir freuen uns aber auch über Leute, die pro Woche vielleicht nur eine Schicht übernehmen können. Auch das hilft uns schon weiter. Wir nehmen jeden, den wir bekommen können“, sagt die Personalchefin des Bäderbereichs. Sie macht aber auch eine wichtige Einschränkung: „Die Leute müssen zuverlässig sein. Wenn jemand einfach nicht kommt und wir nicht genug Personal haben, können wir das Bad nicht öffnen.“
Zum Job gehöre auch, dass man im Schichtdienst arbeite. Die Bäder der Stadt werden üblicherweise mit einer Früh- und einer Spätschicht betrieben. Morgens öffnen diese teilweise bereits um 6 Uhr, abends ist in den Freibädern spätestens um 20.30 Uhr Schluss mit dem öffentlichen Badebetrieb.
Was die Zuverlässigkeit angeht, muss sich die Stadt bei Thomas Liebe keine Sorgen machen. Der 64-Jährige arbeitet seine zweite Saison als Rettungsschwimmer in den Bädern der Stadt. Den Start machte er 2025 im Ricklinger Freibad. In diesem Jahr fing er bereits im Februar als Vertretung im Stadionbad an. Im Sommer wird er erneut ins Ricklinger Bad wechseln.
Liebe arbeitete zuvor als Bankkaufmann. Als er in den Vorruhestand ging, suchte er eine sinnvolle Beschäftigung. Da lag es nahe, das Hobby zum Beruf zu machen. Liebe ist schon lange Stammgast in den städtischen Bädern. „Ich gehe seit 20 Jahren jeden Morgen schwimmen“, erzählt er. Der Ex-Banker arbeitet 20 Stunden pro Woche. „Schließlich will ich in meinem Ruhestand auch noch etwas Freizeit haben“, berichtet Liebe. Den Job als Rettungsschwimmer mache ihm allerdings sehr viel Spaß. „Ich mag den Umgang mit Menschen, das Medium Wasser und die Kollegen.“
Wer als Rettungsschwimmer bei der Stadt Hannover anfängt, wird nach Tarif und der Entgeltgruppe 3 bezahlt. Das entspricht anfangs einem Bruttostundenlohn von 16,94 Euro sowie rund 2900 Euro brutto im Monat bei einer Vollzeitstelle. Wer länger dabei ist, kann aber auch als Rettungsschwimmer die dritte Stufe mit 18,45 Euro brutto sowie circa 3100 Euro im Monat erreichen. Dazu kommen noch Schichtzulagen sowie Zuschläge für Dienste an Sonn- und Feiertagen. Möglich ist auch ein Wechsel in eine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe.
Weitere Informationen gibt es auf dem Karriereportal der Stadt Hannover (karriere.hannover.de), über das auch Bewerbungen entgegengenommen werden.