Sein Programm wird politischer – geht nicht anders, sagt Kabarettist Matthias Brodowy. Schließlich werde unser Wertesystem gerade in die Tonne getreten. Einen Namen möchte er aber am liebsten verschweigen.
Herr Brodowy, schreiben Sie gerade an einer politischen Nummer?
Warum?
Also genau der Moment, in dem politisches Kabarett aufblüht. Verstehen Sie sich als politischer Kabarettist?
Gibt es denn das klassische Politkabarett überhaupt noch? Oder ist es mit Dieter Hildebrandt gestorben?
Und wie steht es um den Nachwuchs?
Und das vor einem großen, heterogenen Publikum, wohingegen vor den Kleinkunstbühnen, auf denen Sie ja auch spielen, nur Publikum sitzt, das sowieso mit den Auftretenden einer Meinung ist und nicht überzeugt, aufgeklärt oder bekehrt werden muss.
Worüber denkt Ihr Publikum denn so nach?
Politisches Kabarett kommt traditionell von links. Als Rot-Grün mit Gerhard Schröder und Joschka Fischer 1998 Helmut Kohl abgelöst hat, war eine gewisse Ratlosigkeit in der Szene zu beobachten.Wie funktioniert denn Friedrich Merz aus kabarettistischer Sicht?
„Birne“ war ja auch eine Verniedlichung. Können Sie sich vorstellen, Alice Weidel zu verniedlichen?
Darf man Weidel als Kabarettist denn verschweigen oder muss man sich vielmehr explizit mit ihr auseinandersetzen?
Klingt eher nach Herumeiern als nach Königsklasse.
Aus Donald Trump haben Kabarettisten und Medien in dessen erster Amtszeit eine Witzfigur gemacht. Jetzt sortiert er in einem Furor gerade die politische Weltordnung neu. Haben sich alle in ihm getäuscht?