Eigentlich erstaunlich, wie einfach das geht: Ein paar Zeiger zurückdrehen, ein paar Knöpfe drücken. Die Zeit selbst lässt sich davon jedoch nicht beeindrucken. Sie folgt eigenen Regeln. Ein schöner Abend ist im Nu vorbei. Fünf Minuten im Wartezimmer können sich endlos ziehen. Und manchmal scheint die Zeit regelrecht stillzustehen: bei einer Nachricht, die alles verändert. Oder in einem Augenblick, den man am liebsten für immer festhalten würde.
So ist das mit der Zeit: Manchmal wünschen wir, sie würde schneller vergehen. Manchmal würden wir sie am liebsten anhalten. Und manchmal wünschen wir uns, sie zurückdrehen zu können.
„Meine Zeit steht in deinen Händen“, heißt es in Psalm 31. Ich mag diesen Satz. Denn so sehr wir unsere Tage auch planen: Wie viel Zeit uns bleibt und was sie mit sich bringt, haben wir nicht in der Hand. Der Psalmbeter vertraut darauf, dass sein Leben bei Gott gut aufgehoben ist. Mit allem, was ungewiss bleibt. Das finde ich tröstlich. Gerade weil sich die Zeit eben nicht zurückdrehen lässt. Auch wenn wir heute Nacht wieder so tun, als wäre es möglich. Vielleicht ist mein Backofen ja doch smarter, als ich dachte.
Alexander Stichternath,
Pastor in der Gesamtkirchengemeinde Laatzen