Bei den 3070 gültigen Stimmen der Zehn- bis 15-Jährigen erreichte die SPD mit 23 Prozent den höchsten Anteil. Dahinter folgten die CDU mit 15,6 Prozent und Die Linke mit 15,2 Prozent. Die AfD kam auf knapp 14 Prozent, die Grünen erhielten 12,9 Prozent. Für die Tierschutzpartei entschieden sich 6,7 Prozent, für die FDP 4,2 Prozent. Die restlichen Stimmen entfielen auf weitere Parteien.
Die Abstimmung orientierte sich an der Wahl zur Regionsversammlung. Zur Auswahl standen dieselben Parteien wie bei der regulären Kommunalwahl am 13. September. Allerdings hatte die U16-Wahl keinen Einfluss auf deren Ergebnis. Organisiert wurde das Projekt vom Team Jugend- und Familienbildung der Region Hannover in Zusammenarbeit mit den beteiligten Kommunen.
Die Mehrheit der ausgewerteten Stimmen stammte von Jugendlichen zwischen 13 und 15 Jahren. Ihr Anteil lag bei 62 Prozent. Daneben beteiligten sich auch jüngere Kinder. Von den Teilnehmenden im ausgewerteten Altersbereich waren 18 Prozent zwölf Jahre alt, zwölf Prozent elf Jahre und sieben Prozent zehn Jahre.
Eine begleitende Online-Befragung mit 187 auswertbaren Antworten gibt zudem Einblicke in das politische Interesse der jungen Menschen. Demnach hatten sich 59,4 Prozent vor der Stimmabgabe über die Kommunalwahl oder die kandidierenden Parteien informiert. Die Schule spielte dabei die wichtigste Rolle. Fast 80 Prozent der Befragten hatten auch dort von der U16-Wahl erfahren.
Besonders ausgeprägt war der Wunsch nach politischer Mitsprache. Für 54,6 Prozent war es sehr wichtig, dass die Meinung von Kindern und Jugendlichen in der Politik vor Ort gehört wird. Weitere 26,2 Prozent bezeichneten dies als eher wichtig. Zusammengenommen wünschen sich damit gut 80 Prozent der Befragten, dass ihre Meinung Gehör findet.
Allerdings sind die Umfrageergebnisse nicht repräsentativ für die gesamte Region. Rund 90 Prozent der ausgewerteten Antworten kamen aus Garbsen und Hemmingen.
Der Erste Regionsrat Jens Palandt wertet die Beteiligung als Zeichen für das politische Interesse junger Menschen. Die Abstimmung habe ihnen ermöglicht, demokratische Verfahren unmittelbar kennenzulernen. Auch Regionsjugendpflegerin Nina Krüger sieht darin einen Ansatzpunkt, Kinder und Jugendliche stärker in politische Prozesse einzubeziehen.
Die Region will die Erfahrungen aus der ersten U16-Wahl nun gemeinsam mit Jugendlichen und Fachkräften auswerten. Die Ergebnisse sollen in verschiedenen Arbeitskreisen und Gremien beraten werden und zur Weiterentwicklung der Demokratiebildung beitragen.
Der vollständige Wahlbericht ist im Internet unter www.team-jugendarbeit.de im Bereich U16-Wahl abrufbar.