Vier Schulklassen beteiligten sich an dem Planspiel. Für einen gut informierten Start erhielten die Schülerinnen und Schüler zunächst einen Crashkurs zu Aufgaben, Begriffen und Abläufen der Kommunalpolitik. Anschließend bildeten die Politikklassen Fraktionen. Darin sammelten die Kinder Vorschläge, berieten darüber und formulierten Anträge für die gemeinsame Sitzung.
Wie konkret sich die Kinder mit ihrem unmittelbaren Umfeld beschäftigten, zeigte die Tagesordnung mit insgesamt zwölf Anträgen. So verlangte eine Fraktion unter dem Titel „Schönere Straßen“, Straßen auszubessern und deren Ränder zu bepflanzen. Begründet wurde der Vorschlag unter anderem mit Schäden an Straßen und der damit verbundenen Stolpergefahr. Eine andere Fraktion beantragte mehr Mülleimer in Ingeln-Oesselse und verwies darauf, dass dort viel Müll herumliege. Weitere Vorschläge betrafen zusätzliche Fußballplätze und Fahrradständer, einen Ruheraum mit Garten auf dem Schulhof, einen Schulladen, Umweltschutz und das Pflanzen von Bäumen. Auch ein Verkehrspaket, ein Baumhaus in der Schule und eine Rutsche für das Schwimmbad schafften es auf die Tagesordnung. Über diese und die weiteren Vorschläge wurde in der fiktiven Ratssitzung beraten und abgestimmt.
Zuvor hatten die jungen Ratsmitglieder am Dienstag Unterstützung aus der tatsächlichen Kommunalpolitik erhalten. Politikerinnen und Politiker begleiteten die Fraktionen als Patinnen und Paten. Sie sollten den Kindern dabei helfen, ihre Anträge vorzubereiten, Argumente zu entwickeln, Kompromisse auszuhandeln und Mehrheiten für ihre Vorschläge zu finden.
Die abschließende Sitzung leitete die Laatzener Ratsvorsitzende Friederike Otte. Damit durchliefen die Drittklässler im Planspiel wesentliche Stationen eines kommunalpolitischen Entscheidungsprozesses: Eine eigene Idee musste zunächst innerhalb einer Gruppe beraten und als Antrag formuliert werden, bevor sie vor anderen vertreten und schließlich zur Abstimmung gestellt werden konnte.
Mit dem Ende der fiktiven Sitzung sollen die Vorschläge der Kinder nicht einfach in der Schublade verschwinden. Die gefassten Beschlüsse werden nach Angaben der Veranstalter in Form einer Drucksache an die Laatzener Politik beziehungsweise den Rat weitergegeben.
Neben den politischen Fraktionen gehörte auch ein Medienteam zum Planspiel. Schülerinnen und Schüler begleiteten das Projekt fotografisch und filmisch. Im Anschluss sollen die Medienbeiträge fertiggestellt und ein Protokoll der Ratssitzung erstellt werden.
Organisiert wurde der Kinderrat vom überparteilichen und gemeinnützigen Verein Politik zum Anfassen aus Hannover. Das Projekt soll Grundschulkindern vermitteln, wie Beteiligung und demokratische Entscheidungen auf kommunaler Ebene funktionieren. Gefördert wird es über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“.