Zu den Angeboten des Vereins gehört der Themenvormittag „Apfelsaft von der Streuobstwiese“. Er richtet sich an Kindertagesstätten sowie die Klassen eins bis vier und dauert drei Stunden. Die Kinder sammeln Äpfel, vergleichen die Sorten und verarbeiten die Früchte durch Schneiden, Schreddern und Pressen zu Saft. Ab der dritten Klasse geht es außerdem um die ökologische Bedeutung von Streuobstwiesen und die Frage, welche Lebensräume dort für Tiere und Pflanzen entstehen.
Der Themenvormittag ist Teil des größeren Bildungsprojekts „Vom Acker bis zum Kochtopf“. Dessen Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern die Wertschöpfungskette des ökologischen Landbaus in der Region Hannover zu vermitteln. Dabei reicht der Blick vom Anbau von Nutzpflanzen und der Tierhaltung über die Verarbeitung von Lebensmitteln bis zu Vermarktung und Zubereitung. Die jungen Teilnehmer sollen Zusammenhänge nicht nur theoretisch im Unterricht behandeln, sondern Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion an unterschiedlichen Lernorten unmittelbar erleben.
Dafür besuchen die Gruppen unter anderem Bio-Bauernhöfe, verarbeitende Betriebe und weitere Lernorte. Ergänzend sind Veranstaltungen in Schulen möglich. Inhaltlich geht es beispielsweise darum, wie sich ökologischer Landbau von anderen Formen der Landwirtschaft unterscheidet, wie Obst, Gemüse und Getreide verarbeitet werden und welche Bedeutung regionale Produktion und nachhaltige Ernährung haben. Auch Preise von Bio-Lebensmitteln und die Aussagekraft von Bio-Siegeln werden thematisiert.
Teilnehmen können Schulklassen, Schülergruppen, Schülerfirmen und Arbeitsgemeinschaften aus Grund- und Förderschulen sowie weiterführenden und berufsbildenden Schulen in der Region Hannover. Die Teilnahme ist jeweils für ein Schuljahr vorgesehen. Die Gruppen absolvieren mehrere Module, die unterschiedliche Stufen der Wertschöpfungskette abdecken. Vorgesehen sind unter anderem ein Besuch auf einem Bio-Bauernhof sowie ein weiterer Termin bei einem produzierenden oder verarbeitenden Betrieb beziehungsweise an einem Lernort. Hinzu kommt ein Modul in der Schule oder ihrem Umfeld.Zum Projekt gehören außerdem Unterrichtsmaterialien und Bildungskisten zu ökologischem Landbau und nachhaltiger Ernährung. Für Lehrkräfte werden Fortbildungen angeboten. Schulen ohne eigenes Beet oder einen Schulgarten können zudem Hochbeet-Bausätze erhalten. Sämtliche Module sind kostenfrei, Fahrtkosten müssen die Schulen selbst tragen. Träger des Projekts sind das Nachhaltigkeitsbüro der Landeshauptstadt Hannover und das Umweltzentrum Hannover e.V. Gefördert wird es im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau.
Der Heuhüpfer e.V. ist einer der beteiligten Lernorte. Der Verein ist aus einer seit 2004 bestehenden Bildungsarbeit hervorgegangen und wurde 2009 gegründet. Sein Hauptarbeitsfeld liegt auf dem Kampfelder Hof in Hemmingen-Hiddestorf. Angeboten werden Veranstaltungen auf landwirtschaftlichen Betrieben, in Gärtnereien und in der Natur. Sie richten sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene und setzen vor allem auf praktisches Lernen.
Für das Projekt „Vom Acker bis zum Kochtopf“ können sich Schulen jederzeit, auch während des laufenden Schuljahres, beim Umweltzentrum Hannover unter ackerkochtopf@umweltzentrum-hannover.de anmelden. Für jede teilnehmende Klasse oder Gruppe ist eine Verpflichtungserklärung erforderlich. Die Terminvereinbarung für die ausgewählten Veranstaltungen erfolgt anschließend direkt mit den jeweiligen Einrichtungen.