Neue Gemeinschaftsunterkunft in Rethen ist fertig
Nach 18 Monaten Bauzeit: 29 Wohneinheiten für bis zu 130 Menschen entstehen für fast 8,5 Millionen Euro

Symbolische Schlüsselübergabe: Bernd Nordmann (rechts) vom Bauunternehmen übergibt Bürgermeister Kai Eggert das neue Gebäude an der Hildesheimer Straße 305.Foto: Stadt Laatzen
Laatzen. Die Stadt Laatzen hat die neue Gemeinschaftsunterkunft an der Hildesheimer Straße 305 in Rethen übernommen. Nach 18 Monaten Bauzeit wurde der Neubau kürzlich mit einer symbolischen Schlüsselübergabe offiziell übergeben. Das Gebäude bietet in 29 Wohneinheiten Platz für bis zu 130 Personen und hat 8,43 Millionen Euro gekostet.

Der Neubau entstand auf einer Freifläche direkt neben der bestehenden Gemeinschaftsunterkunft an der Hildesheimer Straße 305a. Das Gebäude wurde in gespiegelter Anordnung zum Bestandsbau errichtet und architektonisch an diesen angepasst. Die Nutzfläche beträgt etwa 1900 Quadratmeter.

Die 29 Wohneinheiten sind unterschiedlich groß. Elf Appartements sind für jeweils zwei Personen ausgelegt, zwei für vier Personen, 14 für sechs Personen und zwei für acht Personen. Die Einheiten sind überwiegend barrierefrei konzipiert. Im Erdgeschoss sind sie vollständig behindertenfreundlich gestaltet. Außerdem gibt es einen gesicherten, zugangsbeschränkten Bereich für besonders schutzbedürftige Personen.

Baubeginn war im März 2025. Die schlüsselfertige Übergabe erfolgte damit nach Plan. Bürgermeister Kai Eggert sprach dabei von dringend benötigtem Wohnraum und einer Stärkung der kommunalen Handlungsfähigkeit. Die neue Unterkunft ermögliche es der Stadt, Menschen in schwierigen Lebenslagen verlässlich zu unterstützen.

Die Wärmeversorgung übernimmt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, für Warmwasser sorgen energieeffiziente Durchlauferhitzer. Nahezu die gesamte Dachfläche ist mit Photovoltaikmodulen ausgestattet. Die Anlage erreicht eine Leistung von 100 Kilowatt-Peak. Eine optimierte Dämmung sowie moderne Heizungs-, Sanitär- und Elektroinstallationen gehören ebenfalls zum Neubau.

Auch beim Regenwasser setzt die Stadt auf eine Nutzung vor Ort. Das Wasser der Dachflächen wird über Rigolen auf dem Grundstück versickert. Eine vorgeschaltete Zisterne sammelt Regenwasser, das der Betriebshof zur Bewässerung der Stadtbäume nutzt.

Für den Betrieb der neuen Unterkunft hat die Stadt Laatzen mit Forward Soziale Dienste einen neuen Betreiber gefunden. Nach der Inbetriebnahme soll die neue Einrichtung gemeinsam mit dem bestehenden Gebäude am Standort geführt werden. Perspektivisch sollen durch die zusätzlichen Kapazitäten angemietete Objekte ersetzt werden, sofern diese nicht mehr benötigt werden.

Laatzens Stadtrat Jörg Sporleder hob die strukturellen Vorteile des Neubaus hervor. Die Unterbringung werde künftig stärker im städtischen Eigentum verankert. Dadurch entstehe eine planbare Struktur, die die Stadt unabhängiger vom Wohnungsmarkt mache und langfristig Kosten reduzieren solle.
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