Die Ausbildungslotsen gibt es seit mehr als zehn Jahren. Nach Angaben der Region Hannover profitieren jährlich mehr als 9000 Jugendliche von zusätzlicher Berufsorientierung, Bewerbungstrainings und Unterstützung bei der Suche nach Praktikumsplätzen. Für die Erweiterung um sechs weitere Schulen stellt die Region zusätzlich 200.000 Euro bereit. Neben der KGS Laatzen werden in der Mitteilung die Leibniz IGS Langenhagen und die IGS Seelze als neue Standorte genannt.
Mit „Startklar“ kommt an den beteiligten Schulen nun eine sozialpädagogische Unterstützung hinzu. Sie richtet sich an Jugendliche, bei denen soziale Schwierigkeiten, psychische Belastungen oder familiäre Probleme einer unmittelbaren Beschäftigung mit Berufsorientierung im Weg stehen. Das Jobcenter Region Hannover finanziert das Projekt mit insgesamt 1,5 Millionen Euro.
An den sechs neuen Schulen sowie an zwölf der bislang 27 Schulen mit Ausbildungslotsen werden die vorhandenen Kräfte seit August jeweils zur Hälfte in beiden Projekten eingesetzt. Dadurch sollen Jugendliche möglichst durch dieselbe Ansprechperson begleitet werden. Die Unterstützung kann damit bei persönlichen oder sozialen Problemen beginnen und später in die konkrete Berufsorientierung übergehen.
„Bildung ist der Schlüssel für die Fachkräfte von morgen – und damit für die Wirtschaftskraft unserer Region. Mit dieser Kooperation holen wir Jugendliche dort ab, wo sie stehen. Ob sie erst einmal soziale Unterstützung brauchen oder direkt in die Berufsorientierung einsteigen können – am Ende geht es darum, dass jede und jeder eine passende Perspektive findet. Das ist nicht nur eine Investition in ihre Zukunft, sondern auch in die unserer Region“, sagt Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz.
Die Ausbildungslotsen bleiben nach Angaben der Region kontinuierlich an den Schulen präsent. Zu ihren Aufgaben gehören Angebote für Klassen und Kleingruppen, insbesondere in den Jahrgängen acht bis zehn. Diese sollen jeweils auf das Berufsorientierungskonzept der Schule abgestimmt werden. Hinzu kommen individuelle Bewerbungstrainings, die Vermittlung von Praktika und Kontakte zu Betrieben, Berufsbildenden Schulen und Kammern.
Ein weiterer Bestandteil sind Berufsorientierungs-Checks in den Klassen vor dem Schulabschluss und in den Abgangsklassen. Damit soll geklärt werden, welche Perspektive Schülerinnen und Schüler nach dem Ende ihrer Schulzeit haben. Ergänzend können individuelle Berufswegefahrpläne erstellt werden, die den weiteren Weg in Ausbildung, Schule oder andere Anschlussangebote strukturieren sollen.
„Startklar“ setzt bereits vor dieser Phase an. Das Angebot umfasst eine individuelle sozialpädagogische Begleitung von Jugendlichen mit sozialen oder psychischen Problemen. Auch die Eltern können einbezogen werden. Zudem ist eine Zusammenarbeit mit unter anderem Jugendamt und Schulsozialarbeit vorgesehen. Nach dem Wechsel in eine Ausbildung oder an eine Berufsbildende Schule kann die Betreuung fortgesetzt werden, um den Übergang zu stabilisieren.
Die sechs zusätzlichen Schulen wurden nach Angaben der Region gemeinsam mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Region Hannover ausgewählt. Eine Rolle spielten dabei unter anderem der Anteil von Menschen mit Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II in der jeweiligen Kommune beziehungsweise der Schülerschaft sowie der von der Berufsberatung festgestellte Unterstützungsbedarf bei der Berufsorientierung.
Durch die Verbindung beider Projekte soll an der KGS Laatzen und den weiteren beteiligten Schulen mehr Zeit für eine individuelle Begleitung zur Verfügung stehen. Während die Ausbildungslotsen vor allem den Weg in Ausbildung, weiterführende Schulen und Beruf vorbereiten, soll „Startklar“ zunächst dort unterstützen, wo persönliche oder soziale Schwierigkeiten diesen Schritt erschweren.